• Billig ist die Waffe gegen Musikpiraten Deutsche Händler wollen CD-Preise auf 9,99 Euro senken

Welt : Billig ist die Waffe gegen Musikpiraten Deutsche Händler wollen CD-Preise auf 9,99 Euro senken

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Cannes (dpa). Nach Meinung der deutschen Plattenhändler müssen MusikCDs viel billiger werden. „Wir müssen die Preise drastisch senken, nicht nur um 10 oder 20 Cent. Jede CD muss 9,99 Euro kosten“, sagt der Vorsitzende der Vereinigung deutscher Plattenhändler, Michael Huchthausen. So könnten mehr Musikfans CDs kaufen anstatt sie selbst zu brennen. Dem widersprach Phonoverbands-Chef Gerd Gebhardt heftig. „Das würde gar nichts ändern. Im Moment haben wir eine Kostenlos-Mentalität, dagegen kommt man auch mit 9,99 nicht an“, sagte er in einer Diskussionsrunde auf der internationalen Musikmesse Midem in Cannes.

Verspäteter Kampf

Die Plattenbosse fühlen sich wie Kapitäne in rauer See. Wenn man ihren markigen Worten auf dem internationalen Branchentreff glaubt, lauern überall Piraten, die ihnen ihre teure Fracht, die Musik, abjagen wollen. Seit Jahren kämpfen sie mit stumpfen Waffen gegen die Räuber, allerdings selten als geeinte Flotte. Jetzt will die Industrie den illegalen und kostenlosen Online-Tauschbörsen endlich eigene, gemeinsame Musikangebote im Internet entgegensetzen. „Wir haben noch keine Einigung zwischen Plattenfirmen und Verlegern“ über die Verteilung der Erlöse aus dem Online-Verkauf, musste Gebhardt allerdings eingestehen. Doch noch 2003 soll ein gemeinsames Portal aller deutschen Plattenfirmen geschaffen werden.

Dabei kämpfen die Firmen nicht nur gegen private „Raubkopierer“, sondern auch gegen organisierte Kriminelle, die millionenfach CDs produzieren und verkaufen. Gleichzeitig erwarten sie die schnelle Umsetzung einer Copyright-Novelle der EU.

Die Musikmesse im Internet:

www.midem.com

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