Billig-Silikon : Gründer der Brustimplantatfirma PIP festgenommen

26.01.2012 10:00 Uhr
Ein Silikonkissen der Firma PIP. Ein Zusammenhang zwischen dem Krebsleiden mancher Trägerinnen und den Silikonkissen ist bislang nicht nachgewiesen. Foto: dpa
Ein Silikonkissen der Firma PIP. Ein Zusammenhang zwischen dem Krebsleiden mancher Trägerinnen und den Silikonkissen ist bislang nicht nachgewiesen. - Foto: dpa

Update Im Skandal um französische Billig-Brustimplantate hat die Polizei den Gründer und früheren Chef der insolventen Firma Poly Implant Prothèse (PIP), Jean-Claude Mas, festgenommen.

Der Gründer der französischen Brustimplantate-Firma PIP, Jean-Claude Mas, wurde am Donnerstagmorgen in der Wohnung seiner Lebensgefährtin von den Ermittlern festgesetzt und in Polizeigewahrsam genommen, berichteten mehrere französische Rundfunksender übereinstimmend. Er sei in der südfranzösischen Region Var aufgegriffen worden und befinde sich nun in Gewahrsam, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus mit den Ermittlungen vertrauten Kreisen.

Die Festnahme erfolgte im Zuge eines im Dezember in Marseille eingeleiteten Ermittlungsverfahrens gegen Mas.

Ihm droht eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Mas bleibe vorerst für 48 Stunden in Haft. In der Zeit wird über eine Anklage entschieden.

Mas ist der zweite PIP-Manager, der wegen des im Dezember bekannt gewordenen Skandals festgenommen wurde. Auch der PIP-Manager Claude Coty sitzt in Haft. Der Skandal war öffentlich geworden, als die französische Regierung im Dezember allen Französinnen empfahl, sich Silikon-Brustimplantate der Firma PIP wegen möglicher Gesundheitsrisiken entfernen zu lassen. Eine Frau, die die Implantate eingesetzt bekommen hatte, war an Krebs gestorben. PIP hat für seine Implantate aus Kostengründen offenbar bewusst minderwertiges Silikon verwendet. Allein in Frankreich sind 30.000 Frauen betroffen, weltweit 300.000.

Die französischen Behörden empfahlen vor Weihnachten rund 30.000 Trägerinnen von PIP-Prothesen, sich die Kissen herausnehmen zu lassen. Und auch in Deutschland empfiehlt die zuständige Behörde mittlerweile den betroffenen Frauen, die Implantate als Vorsichtsmaßnahme entfernen zu lassen. Zunächst hatte das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte den Frauen nur geraten, die Implantate auf mögliche Rissbildungen untersuchen zu lassen. Die Arzneimittelbehörde zählt bisher 20 Krebsfälle unter Französinnen mit den von Mas produzierten Einlagen. Ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und den Silikonkissen ist aber nicht erwiesen. (AFP)

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