Biografie : „Bedrohlich, sogar finster“

Der Diana-Biograf Andrew Morton hat ein Buch über Tom Cruise und Scientology geschrieben.

New York - Eine unautorisierte und wenig schmeichelhafte Biografie des Hollywoodstars und Scientology-Anhängers Tom Cruise sorgt in den USA für Wirbel. Der rund 400 Seiten dicke Wälzer aus der Feder des britischen Journalisten und Diana-Biografen Andrew Morton schoss mit seinem Erscheinen am Mittwoch in die Bestsellerlisten der Online-Buchhändler, begleitet von heftigen Reaktionen von Seiten Scientologys. Denn Cruise ist zwar der werbewirksame Aufhänger für das Buch, tatsächlich zielt Morton aber auf die Organisation, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Cruise selbst schweigt bislang zu dem Buch, dessen deutsche Ausgabe den Titel „Tom Cruise – Der Star und die Scientology-Verschwörung“ tragen soll. Für Morton, der in den 90er Jahren mit seinem Enthüllungsbuch „Diana. Ihre wahre Geschichte“ einem Massenpublikum bekannt wurde, ist Cruise ein berechnender Kontrollfreak. Der US-Star mit dem Zahnpasta-Lächeln könne „unglaublich charmant sein“, andererseits „bedrohlich, sogar finster“, sagte Morton dem „Stern“. Er sei die „führende Prominenten-Autorität“ und eine Art „Film-Messias“. Für den Briten ist auch der Rummel um den zum Teil in Berlin gedrehten Stauffenberg-Film vor allem eine perfekt geplante PR-Kampagne für Scientology, deren Nummer zwei Cruise sei.

Nicht nur das sei falsch, feuerte die „Church of Scientology“ am Dienstag gegen Morton. Das Buch sei „diffamierend und mit Lügen gespickt“, hieß es in einer prompt an US-Medien verschickten Erklärung der Organisation, die in Mortons Buch durchweg als „Kult“ bezeichnet wird. Spekulationen in dem Buch um das Kind von Cruise und seiner Ehefrau Katie Holmes versucht Scientology mit Spott zu entkräften: „Ist es etwa möglich, dass Katie (Holmes) und Toms Baby den Geist des (Scientology-Gründers) L. Ron Hubbard in sich trägt?“, fragt die Organisation unter Bezug auf eine Passage in dem Buch. „Wurde Katie schwanger von L. Ron Hubbards Sperma?“, heißt es in der Erklärung der Organisation. Das könne nicht sein, weil das Sperma des Gründers nie eingefroren worden sei. AFP

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