Biologie : Große Kerbameise ist Insekt des Jahres 2011

Insekten - für die meisten Menschen sind sie unheimlich, auch furchterregend. In ihrer Zahl und mit ihren Fähigkeiten sind sie seit Millionen Jahren auf der Erde phänomenal. Eines der beeindruckenden Tiere ist Insekt des Jahres 2011: Die Große Kerbameise.

2011: Große Kerbameise (Formica exsecta).Weitere Bilder anzeigen
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08.11.2010 14:382011: Große Kerbameise (Formica exsecta).

Die Große Kerbameise ist das Insekt des Jahres 2011. Das in Staaten mit Hunderttausenden Exemplaren lebende Tiere soll stärker geschützt und mit seiner Wahl aus der Gruselecke herausgeholt werden, erläuterte das Kuratorium "Insekt des Jahres" aus dem brandenburgischen Müncheberg am Montag in Berlin. Ameisen waren schon oft in Horrorfilmen die Hauptdarsteller. Dabei sind sie nach Angaben des Kuratoriums harmlos. Sie stechen nicht, Feinde beißen sie aber, in die Wunde spritzen sie brennende Ameisensäure.

Die Männchen haben es am schwersten, sie leben kurz und haben nur eine Aufgabe: Die Befruchtung der Königin bei deren Hochzeitsflug. Die Königin aber kann bis zu 20 Jahre alt werden.

Insekten sind die weltweit artenreichste Tiergruppe. Nach Angaben des Kuratoriums sind von den bis zu 80 Millionen Tierarten auf der Welt rund 90 Prozent Insekten. Diese sind aus Sicht des Menschen aber oft nur Schädlinge oder Lästlinge, die bekämpft werden. Umso mehr appellierte das Kuratorium zum Beispiel an Waldspaziergänger oder auch übermütige Jugendliche, auf keinen Fall Ameisenhaufen zu beschädigen oder gar zu zerstören. Die Haufen, meist aus Baumnadeln in mühseliger Fleißarbeit von den Ameisenheeren zusammengetragen, können eine Höhe von bis zu anderthalb Metern erreichen. Den Winter verbringt die Große Kerbameise (Formica exsecta) allerdings in ihrem Bau, der tief in die Erde reicht.

Als Nahrung nutzen die Insekten größtenteils den Honigtau von Blattläusen. Das ist deren zuckerhaltiger Kot. Außerdem fressen die Ameisen Aas, sowie kleinere Insekten, die leicht zu überwältigen sind. Ihrerseits ist die Kerbameise Futter für den Ameisenlöwen, der 2010 zum Insekt des Jahres gewählt worden war. Nun folge ihm seine Beute, wie das Kuratorium bei der Kür im Berliner Museum für Naturkunde mitteilte.

Die Große Kerbameise wird bis zu 7 oder 8 Millimeter groß. Den Namen hat sie durch eine aufrechte und eingekerbte Schuppe am Hinterteil. In der Regel sind die flügellosen Arbeiterinnen zu erkennen. Der spezielle Duft der Königin markiert alle Mitglieder des Ameisenstaates und hält sie zusammen. Geruchsstoffe kennzeichnen auch die Ameisenpfade zum Bau oder zu Nahrungsquellen. Ihre größte Verbreitung hat die Kerbameise in Baden-Württemberg, sowie Hessen, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. (dpa)

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