Birma : Bis zu 120.000 Tote - kaum noch Lebensmittel

In Birma geht die Regierung weiter von insgesamt 66.000 Toten und Vermissten durch den Wirbelsturm "Nargis"aus. Schätzungen des Roten Kreuzes ergeben allerdings die doppelte Anzahl Todesopfer. Zudem kommen auf das südostasiatische Land immense Wiederaufbaukosten zu. Allein für die Landwirtschaft sieht die Militärjunta einen Bedarf von umgerechnet rund 157 Millionen Euro.

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Lebensmittel und Frischwasser in Birma werden immer knapper. -Foto: dpa

Bangkok/Rangun/New YorkDurch den Wirbelsturm "Nargis" starben nach neuesten Angaben 38.491 Menschen. Weitere 27.836 Menschen werden vermisst, wie der staatliche Rundfunk Birmas meldet. Damit sind zwei Wochen nach dem Sturm mehr als 66.000 Menschen tot oder vermisst. Am Dienstag war noch von 34.273 Toten und 27.836 Vermissten die Rede gewesen.

Das Rote Kreuz geht sogar davon aus, dass die Zahl der Todesopfer noch auf bis zu 128.000 ansteigen könnte. Bisherige Schätzungen hatten ergeben, dass der Zyklon "Nargis“ rund 60.000 Tote oder Vermisste in Birma hinterlassen hat. Außerdem sind circa zwei Millionen Menschen obdachlos und haben kaum noch Lebensmittel oder Zugang zu Frischwasser.

Landwirtschaft größtenteils zerstört

Wie die Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) am Mittwoch mitteilte, hat ein Treffen der Junta mit Vertretern von UN-Hilfsorganisationen und zivilen Gruppen am Dienstag ergeben, dass rund 157 Millionen Euro für den Wiederaufbau der zerstörten Landwirtschaft benötigt werden. Der Zyklon habe fünf landwirtschaftlich geprägte Provinzen getroffen, die mehr als die Hälfte des Reises in Birma produzierten. Dort werde das Geld für Reissamen, Dünger, den Wiederaufbau von Dämmen und Bewässerungsanlagen gebraucht.

Schätzungen über die Schäden im Fischereiwesen lagen demnach noch nicht vor. Sie seien jedoch ebenfalls "erheblich", da "Nargis" beim Überqueren des Irawadi-Deltas zahlreiche Boote zerstört habe, teilte die FAO mit.

Politiker drängen auf bessere Hilfe

Auch der Europäische Kommissar für Humanitäre Hilfe, Louis Michel, hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Er will die Militärjunta überzeugen, dass sie den Zugang für die internationalen Helfer verbessern muss. Nach Ansicht des britischen Premierministers Gordon Brown sollte die Regierung durch einen UN-Krisengipfel gedrängt werden, den Helfern freien Zugang zu den Opfern zu gestatten. Brown erklärte, er habe UN- Generalsekretär Ban Ki Moon um die Einberufung einer solchen Konferenz gebeten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Nachmittag eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die Hilfe für die Wirbelsturmopfer in Birma zu verbessern. Das Treffen in New York richtete sich an die Mitglieder des Sicherheitsrats, die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN) und andere UN-Geberländer. Dabei sollten "alle möglichen Optionen" diskutiert werden, wie humanitäre Hilfe Birma effizienter und schneller erreichen könne, sagte Ban. "Die Situation erfordert eine größere Mobilisierung von Ressourcen und Hilfsarbeitern." Die Hilfe für das birmanische Volk gehe nun in die "zweite Etappe". (iba/AFP/dpa)

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