Birma : Jetzt drohen Gewitter - aber kein neuer Zyklon

Die Meldungen am Vormittag waren alarmierend: In der Bucht von Bengalen könnte sich vielleicht ein neuer Zyklon bilden, der Birma erneut heimsucht. Doch jetzt kam die Entwarnung, zumindest teilweise: Es handelt sich nur um ein kleineres Tiefdruckgebiet. Doch auch das wird den Menschen in Birma neuen Regen bringen - und damit weiteres Elend.

Birma
Viele Birmaner warten nach "Nargis" immer noch auf Hilfe. -Foto: AFP

BangkokWetterexperte B. K. Bamdopadhyay von der indischen Meteorologiebehörde (IMD) sagte, den Messungen seines Instituts zufolge hätte das neue Tief in der Bucht von Bengalen nicht das Potenzial, sich zu einem Zyklon zu entwickeln. Er widersprach damit dem Taifun-Warnzentrum der US-Marine auf Hawaii. Von dort war zuvor die Warnung vor einem möglicherweise neuen Zyklon gekommen.

Entspannen wird sich die Lage dennoch nicht. Denn auch das neue Tief kann viel Regen bringen. Meteorologe Manfred Spitzer vom Wetterdienst Meteomedia sagte, im besonders betroffenen Irrawaddy-Flussdelta seien in den kommenden Tagen schwere Gewitter und örtlich sehr starke Regenfälle zu erwarten.

Die Hälfte der Opfer sind Kinder

Derweil kämpfen die Menschen in dem Gebiet weiter ums nackte Überleben. Besonders die Kleinen und Schwachen sind bei starken Überschwemmungen und Winden von bis zu 200 Stundenkilometern gefährdet. Fast die Hälfte der zehntausenden Todesopfer von ihnen sind Kinder, zahllose wurden durch den Zyklon zu Waisen oder suchen verzweifelt nach ihren Eltern. Mit bloßen Händen suchen sie in faulig stinkenden Gewässern nach kleinen Fischen und essbaren Krabben. Auf den Straßen laufen sie jedem Auto hinterher, in der Hoffnung auf etwas Essbares oder eine Flasche Wasser.

Der thailändische Ministerpräsident Samak Sundaravej brach unterdessen nach Birma auf, um bei der birmanischen Regierung dafür zu werben, internationale Hilfe für die Sturmopfer zuzulassen. Sundaravej teilte anlässlich seiner Reise lediglich mit, er werde den birmanischen Regierungschef Thein Sein in Rangun treffen. An Bord von Sundaravejs Flieger wurden auch Medikamente sowie 50 Satellitentelefone für die Katastrophengebiete transportiert. Die USA, Großbritannien sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatten Thailand aufgefordert, bei Birmas Militärjunta zu vermitteln. (svo/mpr/dpa/afp)

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