Blasphemie-Fall in Pakistan : Junge Christin gegen Kaution wieder frei

07.09.2012 09:50 Uhr
Beten für Gerechtigkeit. Pakistanische Christen protestieren in Hyderabad für die Freilassung von Rimsha. Foto: dpa
Beten für Gerechtigkeit. Pakistanische Christen protestieren in Hyderabad für die Freilassung von Rimsha. - Foto: dpa

Drei Wochen saß in Pakistan ein vermutlich behindertes Mädchen im Gefängnis, weil sie den Koran geschändet haben soll. Jetzt hat sie das Gefängnis verlassen – gegen Kaution. Der Fall könnte nun vor ein Jugendgericht kommen.

Die in Pakistan wegen Blasphemie angeklagte junge Christin Rimsha kommt gegen Kaution aus dem Gefängnis frei. Dies entschied ein Gericht in der Hauptstadt Islamabad am Freitag. Der möglicherweise geistig behinderten Rimsha wird Blasphemie vorgeworfen, weil sie ein Buch mit Koranversen verbrannt haben soll, allerdings gehen Ermittler auch dem Verdacht der Vorlage gefälschter Beweise durch einen islamischen Geistlichen nach.

Rimsha war vor rund drei Wochen festgenommen worden und saß seither im Gefängnis. Am Samstag nahm die pakistanische Polizei den Imam fest, der das Verfahren ins Rollen brachte.

Der Imam Hafiz Mohammed Khalid Chishti wird verdächtigt, gefälschte Beweisstücke vorgelegt zu haben. Mitarbeiter des Geistlichen sagten den Ermittlern, dass dieser selbst den von Rimsha verbrannten Papieren Seiten aus dem Koran hinzugefügt habe.

Das Alter der Christin aus einem ärmlichen Vorort Islamabads ist ebenso umstritten wie ihr geistiger Zustand. Die Staatsanwaltschaft widerspricht einem Gutachten, dem zufolge das Mädchen 14 Jahre alt sein und einen niedrigen Intelligenzquotienten haben soll.

Rimshas Verteidigung will, dass der Fall vor einem Jugendgericht verhandelt wird, wo eine mögliche Strafe milder ausfallen würde. In Pakistan kann eine Beleidigung des Propheten Mohammed mit dem Tod bestraft werden. Die Verbrennung von Koranversen ahndet das Blasphemiegesetz mit bis zu lebenslanger Haft. (AFP)

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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