Blizzard : New York gräbt sich frei

Nach dem schwersten Schneesturm seiner Geschichte hat New York sein Tempo stark gedrosselt. Nur langsam kommt das Arbeitsleben wieder in Gang. Im Kampf gegen die Schneemassen kamen 2200 Schneepflüge und 350 Streufahrzeuge zum Einsatz.

New York - Noch nie seit Beginn der Messungen im Jahre 1869 fiel im Central Park so viel Schnee wie am vergangenen Sonntag: fast 70 Zentimeter. Der bisherige Rekord von 1947 wurde damit gebrochen. 2200 Schneepflüge und 350 Streufahrzeuge waren im Einsatz. «Das ist eine Geschichte, die die New Yorker noch ihren Enkelkindern erzählen können», sagte ein CNN-Reporter. Meteorologen bezeichneten es als Glücksfall, dass der historische «Blizzard» auf einen Sonntag und nicht auf einen Werktag gefallen sei.

In manchen Straßen New Yorks konnte man am Montag noch Schlittenfahren und Langlauf machen - nunmehr unter wolkenlosem Himmel. Statt Olympia-Fernsehen zu schauen, könne man vor der eigenen Haustür Wintersport treiben, sagte ein Schlittenfahrer. «Das war wie ein Fenster zum New York des 19. Jahrhunderts», schrieb die «New York Times» zu den verschneiten Straßen ohne Autoverkehr.

Am Sonntagvormittag waren dagegen noch weniger romantische Gefühle aufgekommen. Eiskalte Windböen peitschten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern in der Stunde durch die Straßenschluchten. Der Flughafen La Guardia wurde für 24 Stunden geschlossen. Auf dem John-F-Kennedy-Flughafen rutschte ein türkisches Flugzeug über die Landebahn hinaus; es wurde aber niemand verletzt.

Von den Behinderungen auf den New Yorker Flughäfen waren auch die Lufthansa und LTU betroffen. Einige Maschinen wurden nach Washington umgeleitet.

Bisher war der Winter im Nordosten der USA ungewöhnlich mild gewesen. Doch nun fiel etwa in der Region Philadelphia an einem Tag so viel Schnee wie sonst im ganzen Winter. Typisch New York: Während draußen der Sturm heulte, hieß das Motto in den Broadway-Theater: «The show must go on.» Keine Vorstellung wurde abgesagt. (tso/dpa)

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