Welt : Blutbad auf Empire State Building

Amokläufers erschießt einen Besucher und sich selbst / Zwölf Verletzte NEW YORK (dpa).Ein Amokläufer hat auf der Aussichtsplattform im 86.Stockwerk des Empire State Buildings in New York einen Menschen erschossen und sich danach selbst getötet.Mindestens sechs andere Menschen wurden am späten Sonntag nachmittag durch die Schüsse des Täters verletzt.Weitere sechs Personen wurden bei der Panik verletzt, die nach den Schüssen einsetzte. Das Todesopfer ist ein 27jähriger dänischer Musiker.Der Schütze starb wenige Stunden nach der Tat in einem Krankenhaus an seiner Kopfverletzung, teilte der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani mit.Es handele sich nach den Angaben in seinem Reisepaß um einen 69 Jahre alten Palästinenser, der in Jaffa geboren wurde.Er sei am 24.Dezember aus Ramallah im Westjordanland kommend in die USA eingereist.Sein Name wurde mit Ali Abu Kamal angegeben.Giuliani warnte davor, aus der Herkunft des Täters voreilige Schlüsse zu ziehen."Es gibt momentan kein Anzeichen dafür, daß dieser Vorfall mit irgendeinem anderen in Verbindung steht", betonte er. Die Hintergründe der Tat waren zunächst nicht geklärt.Es deutete aber nichts auf einen terroristischen Anschlag hin.Die Sicherheitsvorkehrungen sind im Empire State Building nicht so scharf wie in anderen öffentlichen Gebäuden New Yorks.So gibt es weder Metalldetektoren, noch werden die Taschen der Besucher durchsucht. Nach dem Bombenanschlag auf das World Trade Center durch arabische Islamisten vor fast genau vier Jahren wurden Überprüfungen der Besucher angeordnet, nach wenigen Wochen aber wieder aufgegeben - es bildeten sich Schlangen bis auf die angrenzenden Straßen.Zum Zeitpunkt des Amoklaufs waren sechs Wachleute eines privaten Sicherheitsdienstes in dem Gebäude.Von ihnen befand sich allerdings keiner auf der Aussichtsplattform.Eine der 110 Überwachungskameras filmte den Täter.Der Sprecher des Gebäudes bezeichnete nach dem Amoklauf die Sicherheit als hervorragend, sagte aber, es werde eine Diskussion darüber geben. Der Täter hatte eine halbautomatische Waffe vom Typ Beretta mit dem Kaliber .380 benutzt, die er legal in Florida gekauft hatte. "Jeder schrie und versuchte wild und rücksichtslos, die Ausgänge zu erreichen", sagte einer der Betroffenen: "Die Leute fielen übereinander - ich habe versucht, Kinder herauszuziehen." Unter den bei der Panik verletzten Menschen sind zwei Kinder. Drei der von Schüssen getroffenen Touristen befanden sich nach Auskunft der Behörden in kritischem Zustand.

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