Welt : Blutbad in Salzgitter: 24-Jähriger erschießt sechs Familienmitglieder

Ein höchstwahrscheinlich psychisch gestörter junger Mann hat im niedersächsischen Salzgitter ein Blutbad angerichtet. Der 24-Jährige erschoss am Freitagabend sechs Angehörige seiner Familie und verletzte seine Mutter lebensgefährlich. Zwei der Getöteten sind Berliner, die Schwester des Täters und ihr Mann, die zu einem Besuch angereist waren, wie die Polizei in Salzgitter mitteilte.

Der mutmaßliche Täter, der sich nach der Bluttat selbst der Polizei gestellt hatte, wurde am Sonnabendmorgen von einem Ermittlungsrichter vernommen. Einem Polizeisprecher zufolge äußerte er sich zunächst nicht zu seinem Motiv. Die Tat ereignete sich in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Bei den Opfern der tödlichen Schüsse handelt es sich um die Ehefrau des Täters, die Berliner Schwester und deren Ehemann, außerdem um zwei Brüder im Alter von 32 und 26 Jahren und eine Schwägerin. Die von den Schüssen verletzte Mutter des Täters schwebe weiter in akuter Lebensgefahr, sagte der Polizeisprecher.

Es habe seit längerem Streit in der Familie gegeben, sagte der Leiter des Kriminaldienstes Salzgitter, Hans-Hermann Nagel. Vor der Tat sei der Mann bei seiner Schwester gewesen und sei dann mit den Worten "Ich habe noch was zu erledigen" wieder gegangen, sagte Kriminalpolizist Nagel. Anschließend sei er "in einem psychischem Ausnahmezustand" in der Wache der Polizei in Salzgitter-Lebenstedt erschienen und habe sein Geständnis mit den Worten eröffnet: "Ich habe Scheiße gebaut". In der Erdgeschosswohnung der Eltern fanden die Beamten die Toten und drei schwer verletzte Opfer. Zwei Personen seien im Laufe des Abends an ihren Schussverletzungen gestorben, sagte der Kripobeamte.

Der mutmaßliche Täter ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig vermutlich nicht schuldfähig. Er sei am Sonnabend auf Beschluss des Haftrichters in die geschlossene Abteilung eines Landeskrankenhauses eingewiesen worden, sagte Oberstaatsanwalt Eckehard Niestroj. "Es spricht sehr viel dafür, dass er während der Tatzeit an einer psychischen Störung litt und mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht schuldfähig war." Das auslösende Motiv für die Schüsse ist noch unbekannt.

Zur Tatzeit hielten sich auch sechs Kinder in der Wohnung in Salzgitter-Lebenstedt auf, von denen ein neunjähriger Junge Zeuge der Bluttat wurde.

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