Bodensee : Gewitter setzt Zug außer Gefecht

Schwere Unwetter sind über das Land gezogen: Am Bodensee saßen Fahrgäste der Bahn fest, nachdem ihr Zug von einem herunterkrachenden Baum erwischt worden war.

KonstanzEin schweres Unwetter hat am Montagabend den Bahnverkehr am westlichen Bodensee zeitweise lahmgelegt. Über eine Stunde saßen 200 Reisende in einem Nahverkehrszug von Radolfzell nach Konstanz fest. Ein Baum war nach einem Blitzeinschlag auf den ersten Waggon gekracht und hatte die Oberleitung abgerissen. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere mussten nach Angaben der Bundespolizei vom Dienstag jedoch ausharren, bis die Oberleitung abgeschaltet und geerdet war. "Sonst hätten sie einen Stromschlag bekommen können", sagte ein Sprecher. Die Bahn schätzte den Schaden auf 80.000 Euro.

Heftige Gewitter teils mit Hagel waren auch in anderen Orten des Landkreises Konstanz und im Landkreis Sigmaringen niedergegangen. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia fielen in Singen innerhalb von zwei Stunden 82 Liter Regen pro Quadratmeter, in Stockach 76 Liter.

Auch in Teilen Niedersachsens regnete es am Dienstagabend stark. In Bovenden (Kreis Göttingen) überschwemmten Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen einige Geschäfte. "In einem Getränkemarkt am Ortseingang stand das Wasser einen Meter und 60 Zentimeter hoch", sagte Ortsbrandmeister Matthias Tauber. Zudem mussten viele Landwirte ihre Ernteeinsätze abbrechen.

Plötzlicher Temperatureinbruch bei Kassel

Ein heftiges Unwetter tobte auch in Kassel: Kurzzeitig sank die Temperatur deutlich, fast eine Stunde lang regnete es stark. Das Wasser drückte Gullydeckel hoch. Ein Blitz setzte einen Dachstuhl in Brand, zudem gab es nach Angaben der Feuerwehr vollgelaufene Keller.

Im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen) sorgte ein Gewitter ebenfalls für überflutete Straßen. Ein Blitz setzte den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand. Die Hausbewohner konnten sich unverletzt retten. Im unterfränkischen Landkreis Miltenberg wurden nach Unwettern mit Sturmböen ebenfalls zahlreiche Keller und Straßen überschwemmt. (mpr/dpa)

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