Welt : Bombe am Ferienhaus

Anschlag auf Usedom von Hausbesitzer verhindert

Lütow/Neubrandenburg - Mit einer Kleinbombe aus dem Zweiten Weltkrieg haben unbekannte Täter am Montag einen Anschlag auf ein Ferienhaus auf Usedom verüben wollen. Der Eigentümer des Gutshauses entdeckte kurz nach Mittag den mit Draht befestigten Sprengkörper an der Klinke der Haupteingangstür und alarmierte die Behörden. Experten des Munitionsbergungsdienstes kamen zu dem Schluss, dass es sich um eine Ein-Kilo-Bombe deutscher Bauart handelte. Sie sei mit einem Aufschlagzünder versehen und noch scharf gewesen. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Bombe explodiert wäre, hätte jemand die Klinke gedrückt und die Bombe zum Herunterfallen gebracht“, sagte Polizeisprecherin Madeleine Camin.

Die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes entfernten die Bombe gut zweieinhalb Stunden, nachdem sie entdeckt worden war. Die etwa 40 Feriengäste waren alle außer Haus. Den Experten zufolge war die Bombe mit 100 Gramm Sprengstoff gefüllt. Die Polizei ermittelt wegen des Versuchs, eine Sprengstoffexplosion herbeizuführen, und prüft, ob es sich um versuchten Mord handelt. Die Hintergründe lägen noch im Dunkeln, sagte Camin.

Der Eigentümer des Fachwerkhauses, Claus-Christoph Ziegler, sagte, zu einem möglichen Motiv des Täters habe er keine Erklärung. Er habe aber Angst, weil er fürchte, dass der Täter wiederkomme. Medienberichten zufolge gab es in der Gemeinde Streit wegen des Baus eines Parkplatzes. Ziegler sitzt für die CDU im Gemeinderat der Gemeinde Lütow. Er hatte erst vor einigen Tagen gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Heiko Dahms (CDU) Strafanzeige gegen mehrere Personen wegen Betrugsverdachts gestellt, bestätigte die Polizei.

Das denkmalgeschützte kleine Gutshaus auf der Halbinsel Gnitz ist Ziegler zufolge vor sechs Jahren restauriert worden. Der Landschaftsarchitekt aus Thüringen hatte es 2002 von der Gemeinde erworben und den Originalzustand von 1850 wiederhergestellt. dpa/dapd

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