Welt : Borneo: Die Ureinwohner beobachten uns

Moritz Kleine-Brockhoff

Die Dayak, die Ureinwohner auf der indonesischen Insel Kalimantan – auch bekannt als Kopfjäger –, huldigen am 31. Dezember abends einem besonderen Vergnügen: Sie sitzen vor dem Fernseher und gucken zu, wie die Weißen in Europa und den USA Silvester feiern. Sie selbst warten mit ihrer Neujahrsfeier bis zur Ernte. Das sei je nach Wetter etwa einen Monat später, sagt Lorensius Dyson, Dozent Universität Surabaya. Die Dayak kennen die Zeitrechnungen der christlichen und muslimischen Migranten, die auf ihre Insel kamen. Die Einflüsse von Fremden haben das Leben der Dayak verändert, viele von ihnen sind sogar zum Christentum übergetreten. Aber ihre Neujahrstradition blieb weitgehend unverändert. Seit mindestens 5000 Jahren feiern sie die Jahreswende zur Erntezeit. Wahrscheinlich aus China oder Kambodscha kamen damals die ersten Dayak in den Regenwald Kalimantans. In Europa heißt ihre riesige Insel Borneo. Zum Festessen gibt es Musik und traditionelle Tänze. Die Bräuche unterscheiden sich, denn „Dayak“ ist ein Oberbegriff für verschiedene Gruppen, die ethnisch verschieden sind. Bei Festivitäten sind kleine Stämme, wie die „Dayak Kenyah", die „Bahau“ und die „Keraya“ besonders traditionsbewusst. Eines haben alle Dayak gemein, sie trinken gerne Alkohol beim Feiern, vor allem selbst gebrannten.

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