Bosnien : Zwei deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauber-Unglück

Tragischer Unfall in Bosnien: Beim Absturz eines Hubschraubers der EU-Friedenstruppe Eufor sind alle vier Insassen getötet worden - darunter zwei Bundeswehrsoldaten der Saarland-Brigade aus Rheinland-Pfalz.

EUFOR-Hubschrauber
Hubschrauber vom Typ BO-105 werden vom spanischen Militär häufig eingesetzt. -Foto: dpa

SarajevoBeim Absturz eines Hubschraubers der EU-Friedenstruppe (Eufor) in Bosnien sind in einem unwegsamen Waldgebiet zwei deutsche und zwei spanische Soldaten ums Leben gekommen. Der Helikopter sei am Donnerstag bei Travnik, 100 Kilometer nordwestlich von Sarajevo, abgestürzt, bestätigte der Eufor-Befehlshaber, der spanische Generalmajor Ignacio Martín Villalaín in Sarajevo. Die beiden spanischen Piloten und die beiden mitfliegenden Bundeswehrsoldaten hätten den Absturz nicht überlebt.

Die Bundeswehr ist derzeit mit 130 Soldaten, Spanien mit 370 Mann an der Eufor-Friedenstruppe in Bosnien und Herzegowina beteiligt. Mit den beiden am Donnerstag Getöteten sind im Einsatz in Bosnien-Herzegowina nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums bisher 19 Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen.

Schwierige Bergungsarbeiten

Nach Angaben Villalaíns hatte der Mehrzweck-Hubschrauber vom Typ BO-105 gegen 12.00 Uhr Mittags einen Notruf abgesetzt. Ein nachfolgender Hubschrauber habe Rauch aus dem Wald aufsteigen sehen. Die Rettungsarbeiten in der unwegsamen Bergregion hätten sich extrem schwierig gestaltet.

Die Bergung sei zusätzlich dadurch erschwert worden, dass in der Gegend noch Minen aus dem Bosnien-Krieg lägen, berichtete der spanische Rundfunk. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich zwei Eufor-Hubschrauber und rund 50 Soldaten.

Steinmeier: "Wichtige und verantwortungsvolle Mission"

Experten des spanischen Verteidigungsministeriums sollten zur Aufklärung der Unglücksursache nach Bosnien geschickt werden. Die beiden toten Bundeswehrsoldaten gehörten nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung der Saarland-Brigade Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) an. Bei den spanischen Piloten handelte es sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Madrid um einen Feldwebel und einen Oberstleutnant.

Jung sagte, das Unglück zeige, "mit welchem Risiko der Einsatz für Frieden und Stabilität und damit unserer Sicherheit verbunden ist". Ähnlich äußerte sich auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe. EU-Chefdiplomat Javier Solana sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Regierungschef José Luis Zapatero am Rande des EU-Gipfels persönlich sein Bedauern aus.

Die Soldaten der EU-Friedenstruppe leisteten "einen herausragenden Beitrag" zu Sicherheit und Stabilität. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, die Getöteten hätten "ihr Leben bei einer wichtigen und verantwortungsvollen Mission verloren." Auch der Bundestag sowie Saarlands Ministerpräsident Peter Müller sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. (iba/dpa)

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