Welt : Boulevard-Presse: Eine Frage der Länge

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Lady Di, die Bürgerliche, die durch Heirat zur Prinzessin wurde, war der Liebling der Medien. Das war zu Lebzeiten so, das hatte seinen Höhepunkt, als sie starb, und es blieb so auch nach ihrem Tod. Zum vierten Todestag von Lady Di plante die "Bild"-Zeitung zusammen mit "Bild am Sonntag" eine Serie. Das Thema: Was wäre geschehen, wenn es diesen Unfall, bei dem die Princess of Wales gestorben ist, nie gegeben hätte? "Bild" lud prominente Autoren ein, diese Geschichte zu erzählen: Amelie Fried, Joachim Bessing, Franz Xaver Kroetz, Wolf Wondratschek - und Hera Lind.

Eine schöne Idee. Wer jetzt allerdings die Beiträge in "Bild" oder "BamS" sucht, hat Pech. Die Texte waren nämlich zu lang. 150 Zeilen sind bei "Bild" üblich, 240 sind das absolute Maximum. Was also tun, wenn ein Text zu lang ist für "Bild" und "BamS"? Ganz einfach: Er erscheint in der "Welt", und zwar im Feuilleton der "Welt", als Aufmacher. Schließlich ist das ebenfalls eine Zeitung aus dem Axel Springer Verlag.

Nett aufgemacht auf anderthalb Seiten ("Erinnerungen an Lady Di"), pastellfarben unterlegt und mit einer freigestellten, langstieligen Rose. So wurden die Beiträge präsentiert. "Bild" hätte es nicht rühriger machen können. So austauschbar sind also Inhalte. Die "Welt" - eine Qualitäts-Boulevard-Zeitung.

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