Boulevardmedien : Britische "Sun" druckt Nacktfotos von Prinz Harry

Trotz Protests aus dem Buckingham-Palast hat die Boulevard-Zeitung "The Sun" am Freitag nun doch Nacktfotos von Prinz Harry auf der Titelseite gedruckt. Am Vortag hatten die britischen Medien noch Zurückhaltung gezeigt.

Nacktfotos von Prinz Harry kursieren im Netz - und wurden nun auch in den britischen Medien gedruckt.
Nacktfotos von Prinz Harry kursieren im Netz - und wurden nun auch in den britischen Medien gedruckt.Foto: dpa

Für Prinz Harry ist es das unangenehme Ende einer Urlaubsreise: Nacktfotos von ihm kursieren im Internet. Am Donnerstag hatten die britischen Boulevardmedien, nach einer Warnung durch den Buckingham-Palast, noch ungewohnte Zurückhaltung gezeigt und die Fotos nicht gedruckt. Das hat sich nun geändert. Die Leser hätten ein Recht, die Bilder zu sehen, begründete "The Sun" die Entscheidung, die Fotos auf der Titelseite zu zeigen, in einer
Erklärung. „Für einen Royal bewegt er sich oft an der Grenze - aber er ist 27, Single und ein Soldat“, hieß es darin weiter. „Wir mögen ihn.“ Die Gründe für die Veröffentlichung gingen über die Geschichte selbst hinaus. Es gehe um die Pressefreiheit.

Die pikanten Bilder zeigen den jüngeren Sohn des britischen Thronfolgers Prinz Charles beim Feiern in einem Hotelzimmer in Las Vegas. Dabei trägt der 27-Jährige nichts außer einer Halskette und einer Uhr am Leib - und bedeckt seine Genitalien mit einer Hand. Das Königshaus hatte die Echtheit der Bilder bestätigt, sich aber an den britischen Presserat gewandt, um die Veröffentlichung zu verhindern. Bis zum Vorstoß der „Sun“ am Freitag hatte die britische Presse auf einen Abdruck verzichtet.

Die „Sun“ sagte zu ihrem Abdruck, es sei „lächerlich“, dass die Bilder „von hunderten Millionen Menschen im Internet“ angeschaut werden könnten, nicht aber in „der beliebtesten Zeitung der Nation, die jeden Tag acht Millionen Menschen lesen“.

Beobachter hatten die bisherige Zurückhaltung der Presse auf den Skandal um das britische Boulevardblatt „News of the World“ zurückgeführt, das im vergangenen Jahr eingestellt wurde, nachdem Journalisten die Telefone von Prominenten und Gewaltopfern angezapft hatten. Die Zeitung gehörte wie die „Sun“ zum Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch.

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