Box-Legende : Louisville nimmt Abschied von Muhammad Ali

Jubel, Blumen, Fotos: In Louisville bleibt Muhammad Ali der Größte. Hunderte säumten die Straßen, um dem berühmtesten Sohn der Stadt die letzte Ehre zu erweisen.

Abschied von Boxlegende Muhammad Ali in seiner Heimatstadt Louisville, Kentucky
Abschied von Boxlegende Muhammad Ali in seiner Heimatstadt Louisville, KentuckyFoto: Reuters/John Sommers II

Mit einem Trauerzug durch die Heimatstadt der gestorbenen Box-Legende Muhammad Ali haben Hunderte Menschen in Louisville Abschied von ihrem Helden genommen. Ein Konvoi startete am Freitagmorgen (Ortszeit) in der Stadt im US-Staat Kentucky zu Orten, die in der Kindheit und frühen Karriere des Champions bedeutend waren. Fans reihten sich am Straßenrand mit T-Shirts und Fotos des dreifachen Weltmeisters im Schwergewicht auf.

Nach dem Trauerzug sollte Ali im privaten Kreis auf dem historischen Friedhof Cave Hill Cemetery beigesetzt werden. Für die anschließende Trauerfeier hatten die Veranstalter ganz nach dem Willen Alis kostenlose Tickets vergeben. Die 15 000 Freikarten waren nach einer Stunde vergriffen. Louisville begleitet den Tod des Boxers, der am vergangenen Freitag im Alter von 74 Jahren in Phoenix (Arizona) gestorben war, mit zahlreichen Trauerveranstaltungen.

„Er ist der Größte“, rief eine Frau am Muhammad Ali Boulevard, wo sich Hunderte bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel  versammelt hatten, um den Trauerzug vorbeifahren zu sehen. Das kleine Haus im Westen der Stadt, wo Ali aufgewachsen war, hatte sich seit dem Tod des Boxers vor einer Woche zu einer Pilgerstätte verwandelt. Dort hing ein rotes Paar Boxhandschuhe über der Gedenktafel vor dem rosafarben gestrichenen Haus. Auch Blumen, Fotos und Plüschtiere hatten Fans niedergelegt. Viele schrieben Botschaften auf Poster, um dem herausragenden Sportler, der sich auch lange nach dem Ende seiner Karriere für politische und soziale Ziele einsetzte, für sein Engagement zu danken.

Neben Alis Witwe Lonnie, seiner ältesten Tochter Maryum und weiteren Verwandten kamen unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und laut Medienberichten auch Jordaniens König Abdullah II. in die Stadt. Ali, der in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung vielen Afroamerikanern als Leitfigur diente und sich offen gegen Rassismus aussprach, wurde nach seinem Übertritt zum Islam im Jahr 1964 auch zu einer starken Stimme der muslimischen Gemeinde weltweit.

Bei der Gedenkzeremonie wurden am Freitag Trauerreden von Witwe Lonnie, Alis langjährigen Freund John Ramsey sowie Ex-Präsident Bill Clinton, Komiker Billy Crystal und Sportjournalist Bryant Gumbel erwartet. Am Donnerstag hatte der kalifornische Imam und Gelehrte Zaid Shakir bereits einen muslimischen Gottesdienst für Ali abgehalten. (dpa)

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