• #BoycottDolceGabbana: Elton John attackiert Dolce und Gabbana wegen Kritik an Homo-Eltern

#BoycottDolceGabbana : Elton John attackiert Dolce und Gabbana wegen Kritik an Homo-Eltern

Elton John ruft zum Boykott von Dolce und Gabbana auf. Auch andere Promis regen sich auf. Ausgerechnet die schwulen Designer hatten ein Mama-Papa-Familienbild propagiert. Auf Twitter formiert sich aber auch eine Gegenbewegung.

Der Musiker Elton John hat nach Kritik der Designer an homosexueller Elternschaft zum Boykott des Modelabels Dolce und Gabbana aufgerufen. Die italienischen Modeschöpfer Domenico Dolce und Stefano Gabbana hatten in einem Interview der italienischen Zeitschrift „Panorama“ ihre Ablehnung von sogenannten künstlichen Babys und „gemieteten Gebärmüttern“ publik gemacht - sehr zum Ärger des britischen Sängers, der mit seinem Mann zwei Kinder hat, die eine Leihmutter zur Welt brachte. Dem Boykottaufruf schlossen sich weitere Stars an, im Internet zog am Wochenende ein Sturm der Entrüstung auf.
„Wie kommt Ihr dazu, meine schönen Kinder als „künstlich“ zu bezeichnen“, schrieb Elton John (67) im sozialen Netzwerk Instagram. Befruchtung per In-vitro-Fertilisation (Lateinisch: Befruchtung im Glas) habe vielen liebenden Menschen ihren Traum vom Kinderkriegen erfüllt. „Euer altertümliches Denken ist hinter der Zeit her, genau wie eure Mode. Ich werde nie wieder Dolce und Gabbana tragen. #BoycottDolceGabbana“. Schnell zog in sozialen Netzwerken als Gegenreaktion auch ein Anti-Shitstorm mit „#BoycottEltonJohn“ auf.

Domenico Dolce (l) and Stefano Gabbana vom Modelabel Dolce und Gabbana. Mit ihren Äußerungen zu Leihmutterschaften haben die offen schwulen Modeschöpfer Sänger Elton John verärgert. Foto: AFP
Domenico Dolce (l) and Stefano Gabbana vom Modelabel Dolce und Gabbana. Mit ihren Äußerungen zu Leihmutterschaften haben die offen...Foto: AFP

Die offen schwulen Modeschöpfer Dolce (56) und Gabbana (52) hatten in dem Interview ein traditionelles Familienbild propagiert: „Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben. Ich denke, man kann nicht alles im Leben haben... Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie“, sagte Dolce laut „Panorama“. Gabbana hingegen erklärte demnach: „Ein Kind, würde ich sofort machen.“

Tennis-Legende Martina Navratilova (58), die im Dezember ihre Freundin geheiratet hatte, unterstützte Elton John via Twitter: „Es wird interessant, zu sehen, ob sie diese Lächerlichkeit auf dem Konto zu spüren bekommen“, schrieb die Wahl-Amerikanerin.

Die US-Sängerin Courtney Love (50) kündigte an, ihre D&G-Kleider verbrennen zu wollen.

Der bekannte Blogger Perez Hilton verlinkte auf seinen langen Blogeintrag zum Thema, in dem er unter anderem ein Foto von Elton John, seinem Ehemann und den Kindern zeigt und dazu schreibt: "Perfekte Familie".

Der schwule Latino-Sänger Ricky Martin (43) - auch er Vater von Leihmutterkindern - twitterte: „Eure Stimmen sind zu mächtig, um so viel Hass zu streuen. Wacht auf, es ist 2015!“

Nach der Kritik zitierte die Nachrichtenagentur Ansa Dolce mit versöhnlicheren Worten: „Ich bin Sizilianer und bin mit einem traditionellen Familienmodell aufgewachsen, aus Mama, Papa und Kindern. Ich weiß, dass es eine andere Realität gibt und das ist richtig, dass es sie gibt... Ich habe für mich gesprochen, ohne die Entscheidungen anderer zu beurteilen.“

Auch Gabbana konkretisierte seine Aussagen laut Ansa in einer offiziellen Stellungnahme. Sie hätten über ihre Art, wie sie das Leben sehen, gesprochen. „Es war nicht unsere Absicht, über die Entscheidung anderer zu urteilen. Wir glauben an Freiheit und Liebe.“

Designerin Victoria Beckham sandte via Twitter ihre herzlichsten Grüße an "Elton David Zachary Elijah" und all die wunderbaren Babys, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden.

Aus Deutschland schloss sich unter anderem Politiker Volker Beck (Die Grünen) der Kritik an.

Viele User sind empört und wollen die Modemarke boykottieren. Ein User will sogar seine Kleidungsstücke von Dolce und Gabbana verbrennen - obwohl er gar keine besitzt: "Ich verbrenn jetzt auch meine nicht vorhandenen D&G T-Shirts", twittert "Basti Miisero".

Ein anderer User ist froh darüber, keine Sachen der Marke zu besitzen: "Zum Glück hab ich noch nie was von Dolce&Gabbana gekauft!" (rok, dpa)

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