BP : Bohrschlamm soll Ölleck endgültig abdichten

Mit Verzögerung steht der Mineralölkonzern BP kurz vor dem Versuch, das undichte Bohrloch im Golf von Mexiko endgültig zu schließen. Bis jetzt sind rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen.

Die letzte Arbeiten am provisorisch abgedeckten Bohrloch laufen.
Die letzte Arbeiten am provisorisch abgedeckten Bohrloch laufen.Foto: dpa

Mit schwerem Bohrschlamm und Zement als Stopfen soll das Ölleck im Golf von Mexiko endgültig abdichten werden. BP will im Laufe des Dienstags damit beginnen, den Schlamm über die Abdichtung in das Bohrloch zu pressen. Nach rund 24 Stunden wird sich zeigen, ob die Aktion erfolgreich verlaufen kann. In einem späteren Schritt soll dann eventuell noch über eine Nebenleitung Schlamm Richtung Leck gedrückt werden.

Die für Montag geplanten letzten Tests vor der endgültigen Versiegelung des Bohrlochs hatten sich leicht verzögert. Bei den Vorbereitungen für den Einspritztest sei ein kleines hydraulisches Leck am Kontrollsystem der Verschlusskappe entdeckt worden, teilte der britische Ölkonzern BP mit. Der geplante Beginn der Versiegelung werde sich dadurch vermutlich kaum verzögern, der Einspritztest könne aber erst vorgenommen werden, wenn die undichte Stelle repariert sei. „Es ist vorgesehen, dass der Einspritztest und möglicherweise auch der 'static kill' am Dienstag stattfinden“, erklärte BP.
Bei der „static kill“ genannten Methode werden schwerer Bohrschlamm und Zement durch die Mitte Juli aufgesetzte Verschlusskappe in das Bohrloch eingefüllt, um dieses endgültig zu verschließen.

Die Ölpest im Golf von Mexiko
20. April 2010: Die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon" explodiert, elf Arbeiter sterben.Weitere Bilder anzeigen
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19.04.2011 13:0120. April 2010: Die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon"...

Aus dem defekten Bohrloch sind seit der Explosion der BP-Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl geströmt. Davon konnten nur etwa ein Fünftel (800.000 Barrel) aufgefangen und auf Schiffe abgepumpt werden. Mit der Veröffentlichung der bislang genauesten Expertenschätzungen bestätigte die US-Regierung am Montag, dass es sich um die größte Ölpest aller Zeiten handelt.

Zuvor galt der Bohrinsel-Unfall der „Ixtoc“ 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko. Bei der Havarie des Tankers „Exxon Valdez“ 1989 vor der Küste Alaskas strömten lediglich rund 40 000 Tonnen ins Meer. (dpa/afp)

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