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Nach dem Brand bei der Tafel in Gommern.

© dpa

Brand bei der Tafel: Drei ehrenamtliche Mitarbeiter sterben

Offenbar durch einen technischen Effekt gab es in einem Haus der Tafel in Gommern in Sachsen-Anhalt eine Verpuffung. Drei ehrenamtliche Mitarbeiter des Verbandes, der Hilfsbedürftige versorgt, kamen dabei ums Leben.

Der Tod von drei ehrenamtlichen Mitarbeitern der Tafel in Gommern bei Magdeburg ist möglicherweise auf ein defektes Heizgerät zurückzuführen. „Es sieht nach einem technischen Defekt aus“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Nord in Magdeburg, Mike von Hoff, der Deutschen Presse-Agentur. Am Donnerstagnachmittag waren drei Ehrenamtliche bei einer Verpuffung im Küchenbereich eines einstöckigen Hauses in Gommern ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben wurden drei weitere Helfer verletzt.

Die Verpuffung habe eine Druckwelle und eine Stichflamme ausgelöst, berichtete der Bürgermeister von Gommern, Jens Hünerbein (parteilos). Der 41-Jährige war selbst als Feuerwehrmann im Einsatz. Als Konsequenz aus dem Unglück sollen nun die Sicherheitsstandards bei allen Tafeln in Sachsen-Anhalt überprüft werden. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. „Der Tod der drei ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sozialeinrichtung in Gommern macht uns alle tief betroffen“, erklärte Haseloff. „Wir trauern mit den Angehörigen.“ Auch beim Bundesverband Deutsche Tafel löste das Unglück Entsetzen aus. „Wir sind bestürzt und tieftraurig“, sagte der Vorsitzende Jochen Brühl. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten.“ Nach Brühls Worten hat es ein derart schweres Unglück bei den Tafeln noch nicht gegeben. „Für uns ist es ein Schock - das macht uns sprachlos.“ Der Bundesverband kann sich laut Brühl auf gut 60.000 Helfer stützen.

„Nun ist Aufklärung gefragt“, betonte Andreas Steppuhn, der seit dem 10. März ehrenamtlicher Landesvorsitzender der Tafeln ist. Zugleich sagte er der Einrichtung in Gommern bestmögliche Unterstützung bei der Bewältigung des Unglücks zu. „Was wir tun können, werden wir tun“, erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und ihren Familien.“ Nach Steppuhns Angaben ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Jerichower Land Träger der Tafel in Gommern.

Zum Unglückszeitpunkt nur Helfer im Gebäude

Spezialisten des Landeskriminalamtes und eine sogenannte Tatortgruppe der Polizei hatten sofort nach der Verpuffung mit der Ursachenforschung begonnen. Unter anderem entdeckten sie nach Angaben Hoffs ein defektes Heizgerät. Steppuhn kündigte an, dass unabhängig von den Ermittlungsergebnissen bei allen Tafeln in Sachsen-Anhalt die Sicherheitsstandards überprüft werden sollen. „Wir gehen aber davon aus, dass die jeweiligen Träger der Tafeln vor Ort schon in der Vergangenheit alle vorgeschriebenen Sicherheitsstandards eingehalten haben“, sagte er.
Nach Angaben des Bürgermeisters hat die Verpuffung das einstöckige Gebäude in einem Gewerbegebiet in Gommern nicht so stark beschädigt, dass es abgerissen werden müsste. Bei der Tafel werden laut Hünerbein jeden Donnerstag an Hilfebedürftige Lebensmittel ausgegeben, die in der Regel von Unternehmen oder Supermärkten gespendet werden. Etwa 30 bis 50 Leute nutzten die kostenlose Ausgabe. Zum Unglückszeitpunkt waren offenbar nur noch Helfer in dem Gebäude.
Gommern hat etwa 5200 Einwohner - mit dazugehörigen Gemeinden ist es etwa doppelt so groß - und liegt knapp 20 Kilometer südöstlich von Magdeburg. dpa

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