Welt : Brand in Schule: Inferno in kenianischem Internat

Malte Lehming

58 Schüler sind in der Nacht zum Montag bei einem Brand in einem Internat in Kenia qualvoll ums Leben gekommen. Die Jungen der Kyanguli-Schule in Machakos, rund 60 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Nairobi, wurden im Schlaf von den Flammen überrascht. 28 der insgesamt 130 Schüler zwischen 14 und 20 Jahren wurden mit schweren Verletzungen in das größte Krankenhaus Nairobis eingeliefert. "Wir gehen von einem gezielten Brandanschlag aus", sagte Polizeisprecher Peter Kimanthi. Stunden nachdem das Feuer gegen 1.40 Uhr Ortszeit im Schlafsaal des Internats ausgebrochen war, bot sich am Tatort ein gespenstischer Anblick: Vor dem von Ruß geschwärzten, einstöckigen Backsteinbau drängten sich Hunderte von trauernden Angehörigen. Die meisten hofften immer noch, ihr Kind befinde sich nicht unter den bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Leichen, die bis zum Nachmittag noch immer unter den Trümmern des völlig verwüsteten Schlafsaals lagen.

Eine einzige Tür ragte noch in den Himmel, den das eingestürzte Dach des Gebäudes freigab. Vor der einst gegenüberliegenden zweiten Tür zum Schlafsaal, so vermutet die Polizei, wurde das Feuer gelegt, das die Schüler in rasender Geschwindigkeit in eine tödliche Falle brachte. "Erst wurden sie von den Flammen umzingelt, dann stürzte das Dach ein und begrub einige der Jungen unter sich", sagte Polizeisprecher Kimanthi. Anderen wiederum hätte das eingestürzte Dach das Leben gerettet, weil es ihnen den Fluchtweg freigab.

"Wir hörten Mitschüler schreien und klopfen. Dann sah ich Qualm und Feuer aus dem Dach des Gebäudes kommen", berichtete Joel Maingi, einer der Überlebenden. Der 16-Jährige war in einem anderen Schlafsaal. Er und seine Mitschüler hätten versucht, die Tür des Saals zu öffnen, in dem das Feuer tobte. "Doch merkwürdigerweise waren beide Türen fest verschlossen. Das ist sonst nie der Fall."

"Dies ist ein schrecklicher Vorfall. Ich habe niemals etwas Vergleichbares gesehen", sagte der kenianische Präsident Daniel arap Moi, der zum Tatort gekommen war. Moi versprach, sein Büro werde in Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium alles daran setzen, den Fall aufzuklären. Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes kümmerten sich um Überlebende.

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