Brand-Katastrophe : Kaprun- Entschädigungen: Anwalt verlässt Verhandlungen

Vor sieben Jahren brannte die Gletscherbahn in Kaprun. 155 Menschen fanden in den Flammen den Tod. Die Angehörige der Opfer warten immer noch auf eine Entschädigung. Die Chancen auf eine baldige Lösung stehen schlechter denn je.

Kaprun
Die Unglückstelle in Kaprun (Archivbild) -Foto: dpa

Wien Eine Entschädigung für die Angehörigen der Opfer der Brandkatastrophe in Kaprun ist in weite Ferne gerückt. Der Anwalt von neun deutschen Überlebenden verließ heute überraschend vorzeitig die Verhandlungen der sogenannten Kaprun-Vermittlungskommission, weil er die vorgeschlagene Entschädigungssumme von insgesamt rund 32.000 Euro ohne Zustimmung seiner Mandanten nicht akzeptieren konnte. Sein Antrag, eine Entscheidung um 14 Tage zu verschieben, sei vom Vorsitzenden der Kommission jedoch abgelehnt worden, sagte der österreichische Rechtsanwalt Gerhard Podovsovnik.

Eine außergerichtliche Einigung in dem jahrelangen Rechtsstreit um angemessene Entschädigungen ist jedoch nur bei Zustimmung aller Beteiligten möglich. Podovsovnik wollte nicht sagen, ob auch die Rechtsvertreter anderer Angehöriger Bedenken gegen das offizielle Angebot hätten. Es gehe seinen Mandanten nicht allein um die Höhe des Betrages, sondern - so einer der Überlebenden - "welche konkreten Bedingungen mit der Annahme des Vorschlages verbunden sind".

Freisprüche im Strafverfahren

Bei der Brandkatastrophe am Morgen des 11. November 2000 waren in einem Stollen der Standseilbahn Kaprun 155 Passagiere getötet worden. Bei dem bisher größten Seilbahnunglück der Nachkriegszeit kamen auch 37 Deutsche ums Leben. Nur zwölf Menschen entkamen dem Inferno. Wegen eines defekten Ventilators hatte sich ein illegal eingebauter Heizlüfter überhitzt und geriet in Brand. Die Flammen griffen schnell auf die dahinter liegende Druckleitung mit Hydrauliköl über.

Die im Zusammenhang mit dem Unglück angeklagten 16 Österreicher wurden in zwei Strafverfahren freigesprochen. Verfahren in den USA um hohe Entschädigungen sind bisher erfolglos geblieben. (mit dpa)

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