Braunbär : Flüchtiger Bruno schlägt erneut zu

Wieder haben die finnischen Bärenfänger Brunos Spur aufgenommen, doch bisher sind sie nur auf ein weiteres Opfer des Braunbären gestoßen. Sollte Bruno bis Montag nicht gefangen werden, droht dem Bären der Abschuss.

München/Innsbruck - Braunbär Bruno dreht seinen Verfolgern weiterhin eine lange Nase: Der seit Wochen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunende Bär wurde am späten Donnerstagaband gegen 23 Uhr im Gebiet Thiersee in Tirol gesichtet, wie das bayerische Umweltministerium mitteilte. Die finnischen Bärenjäger nahmen sofort die Fährte des Tieres auf und stießen dabei in den Morgenstunden auf einen toten Schafwidder, der Bruno offenbar zum Opfer gefallen war. Am Mittwoch war das Fangteam dem Bären so nahe gekommen wie noch nie; Spürhund Jeppe hatte ihn zweimal gestellt, doch Bruno war entkommen.

Das schwüle Wetter, Gewitterschauer und das felsige Gelände erschweren die Arbeit des Fangteams, wie der Sprecher der Tiroler Landesregierung, Thomas Schönherr, berichtete: "Vor allem die Spürhunde sind erschöpft." Unterdessen neigt sich der zweiwöchige Einsatz der fünf finnischen Bärenjäger seinem Ende zu. Ein Großteil des Teams sollte am Freitag die Heimreise antreten. Lediglich zwei Jäger und zwei Spürhunde sollten sich noch bis Montag an die Fersen des Bären heften. Gelingt es ihnen nicht, Bruno lebend zu fangen, wird laut Ministerium in Bayern die allgemeine Abschussgenehmigung wieder in Kraft gesetzt.

In Tirol soll am Montag über Brunos Zukunft entschieden werden. Schönherr sagte, der Abschuss sei "eine der Möglichkeiten". Trotz der schwierigen Verhältnisse habe er noch Hoffnung, dass Bruno per Narkosegewehr betäubt und dann in einen Wildpark bei München gebracht werden kann. Unterdessen wird Kritik an einem möglichen Abschuss laut. So sagte der bayerische Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, Manfred Fleischer, im Bayerischen Rundfunk, der Bär stelle keine Gefahr für den Menschen dar. Man brauche nur Geduld und Geld, um das Tier zu fangen. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben