Bremen : Lebenslange Haft nach Mord vor 21 Jahren

Mit einer lebenslangen Haftstrafe muss ein 49 Jahre alter Mann den vor 21 Jahren begangenen Mord an einer Ladenbesitzerin in Bremen büßen. Doch für Klarheit hat nicht allein die moderne DNS-Analyse gesorgt.

Bremen Heute ist er 49 Jahre alt. Sein Opfer, die 73-jährige Ladenbesitzerin, hat er als 28-Jähriger vergewaltigt und ermordet. Das Landgericht Bremen sah jetzt die Schuld des Mannes als erwiesen an. "Wir haben keinen Zweifel: Es handelt sich um Mord", begründete der Vorsitzende Richter am Freitag das Urteil. Der frühere Lastwagenfahrer habe die 73-Jährige im Oktober 1987 in ihrem Laden erst vergewaltigt und dann erwürgt, um seine Tat zu verdecken. Im Frühjahr dieses Jahres kamen die Ermittler dem Mann dank neuer DNA-Untersuchungsmethoden auf die Spur. Die Verteidigung kündigte Revision an.

"Wir haben das Urteil lange beraten", betonte der Vorsitzende Richter. Die Kammer habe sich alle Mühe gegeben einen 21 Jahre zurückliegenden Mord aufzuklären, was schwierig sei. Dabei habe sie sich nicht alleine auf die DNA-Analyse gestützt, sondern auch das Persönlichkeitsbild des Mannes, die Aussagen von Zeugen und Spuren vom Tatort berücksichtigt. "Alles passt zusammen", sagte der Richter. Der Täter war bereits mehrmals als gewalttätig aufgefallen. 1997 verurteilte ihn ein Gericht wegen sexueller Nötigung an einer Prostituierten.

Dem Gericht zufolge war der 49-Jährige seit vielen Jahren Kunde im Laden der 73-Jährigen. Am Tatabend kam es nach Auffassung der Kammer deswegen zu einem Streit. Der damals 28-Jährige drängte die alte Dame in einen Toilettenraum und vergewaltigte sie. Um seine Tat zu vertuschen, tötete er sie. Bei den Polizeiverhören verwickelte er sich in widersprüchliche Aussagen und beschuldigte auch eine dritte Person. Das Gericht bezeichnete dies als "unglaubwürdig". (bai/dpa)


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