Welt : Briefbomben für Finanzbeamte

SYDNEY (AFP).Mehr als zwei Dutzend Briefbomben sind in Australien an Finanzbeamte verschickt worden.Wie die Bundespolizei in Canberra am Mittwoch mitteilte, waren die "potentiell tödlichen Sendungen" vor allem an höhere Angestellte gerichtet.Bei der Explosion eines Briefes in der Sortierstelle der Post in der Hauptstadt Canberra wurden zwei Postbeamte lediglich leicht verletzt, obwohl einiger Sachschaden entstand.Die Detonation habe Löcher ins Dach gerissen und weiträumig Splitter verstreut.Unter anderen Umständen hätten nach Polizeiangaben Menschen ums Leben kommen können.Ein politischer oder terroristischer Hintergrund wurde von der Polizei ausgeschlossen.Die Bomben seien "professionell" angefertigt worden, erklärte ein Polizeisprecher.

Nach Medieninformationen haben die Ermittler bereits einen Verdächtigen im Visier, der angeblich persönliche Gründe für die in Australien bisher einzigartige Anschlagserie haben soll.Unklar ist, ob es sich um einen frustrierten Steuerzahler handelt.Die dicken, quadratischen Briefe von der Größe einer Computerdiskette waren zum größten Teil in der Sortierstelle in Canberra gefunden worden.Zwei Bomben wurden in Sydney entdeckt und entschärft, eine in Melbourne.

Die Polizei gab noch keine endgültige Entwarnung.Der Postverkehr wurde teilweise behindert, teilweise ganz gestoppt.Das australische Finanzamt hat alle seine 17000 Angestellten und deren Angehörige gewarnt, auf der Hut zu sein.Politiker und Sprecher der Post und des Finanzamtes haben sich entsetzt über die Versendung der Briefbomben geäußert.

Landesweit wurde vor möglichen weiteren Briefbomben gewarnt.Ein Polizeisprecher sagte, dies sei der erste Fall einer Briefbombenserie in Australien.Früher seien lediglich einzelne Briefbomben verschickt worden.

Millionen von Briefen und Päckchen sollten laut Polizei durchleuchtet werden.Es sei möglich, daß weitere Sprengsätze in Umlauf seien.Die Kampagne sei von langer Hand geplant gewesen.Vor 23 Jahren war im Büro des damaligen Premiers von Queensland, John Bjelke-Petersen, erstmals eine Briefbombe auf dem fünften Kontinent explodiert.Vor vier Jahren starb in der südaustralischen Stadt Adelaide ein Polizeibeamter bei der Detonation eines solchen Sprengsatzes.

"Wir wollen alle Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit kein Beschäftigter einem Risiko ausgesetzt wird", erklärte der Leiter der Steuerbehörde, Michael Carmody.Der Chef der australischen Bundespolizei, Geoff Hazel, warnte, auch kleinste Sprengstoffmengen könnten unter ungünstigen Bedingungen einen Menschen töten.

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