Welt : Britische Presse verspricht Zurückhaltung

Privatsphäre der Prinzen soll respektiert werden / Nicht die erste Erklärung dieser Art LONDON (Tsp/AP/dpa/AFP).Gut eine Woche nach dem tragischen Unfalltod von Prinzessin Diana hat die britische Presse zu einem einhelligen mea culpa angestimmt und versprochen, das Privatleben der Prinzen William und Harry zu respektieren.Das größte Boulevardblatt "The Sun" sowie der seriöse "Independent" versprachen in ihren Montagsausgaben, keine Fotos mehr zu veröffentlichten, die die Privatsphäre der Prinzen verletzten.In einem Leitartikel voller Schuldgefühle schrieb der Inhaber der Zeitungen "Daily Mail", "Mail on Sunday" und "Evening Standard", Lord Rothermere, seine Blätter dürften keine Fotos von Paparazzi mehr ohne seine Zustimmung kaufen. Die Boulevardzeitung "Mirror" schwor dem nun alleinerziehenden Thronfolger Prinz Charles "völlige Unterstützung in den kommenden Jahren".Weiter hieß es, Dianas Bruder Graf Charles Spencer habe allen klargemacht, daß Dianas Tod nur dann etwas Positives zur Folge habe, wenn sich die Gesellschaft ändere."Und das schließt uns ein, die Medien." In "The Sun" hieß es: "Der bittere Angriff des Grafen Spencer wird alle Chefredakteure und Journalisten zwingen, gründlich darüber nachzudenken, wie sie sich in der Zukunft verhalten wollen." Es ist allerdings nicht das erste Mal, daß sich britische Zeitungen zur Zurückhaltung gegenüber den Royals verpflichten.Graf Spencer hatte den Medien vorgeworfen, sie hätten Diana kaputtmachen wollen.Auf sein Drängen hin waren Chefredakteure der Regenbogenpresse von der Trauerfeier ausgeladen worden. Der "Daily Star" schrieb in seiner Montagsausgabe: "Die wütenden Worte von Earl Spencer fanden ihr Echo in den Herzen der meisten Menschen." Keine Zeitung, kein Magazin, kein Sender, Journalist oder Fotograf sollte es zulassen, daß jemals wieder ähnliche Vorwürfe gegen die Presse erhoben würden, erklärte das Blatt. Dianas Bruder hatte am Sonnabend bei der Trauerfeier das Verhalten der Printmedien und der Fotografen der Sensationspresse, die der Prinzessin auf Schritt und Tritt gefolgt seien, scharf verurteilt."Von all den Ironien im Leben Dianas ist folgende vielleicht die größte: daß ein Mädchen, dem der Name einer antiken Göttin der Jagd gegeben wurde, letztlich der am meisten gejagte Mensch der Neuzeit wurde", sagte er. Lesen Sie zu diesem Thema:

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