• Brüder schon tot in den Main geworfen – Vater flüchtig Rechtsmediziner finden keinen Hinweis auf Ertrinken

Welt : Brüder schon tot in den Main geworfen – Vater flüchtig Rechtsmediziner finden keinen Hinweis auf Ertrinken

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Frankfurt/Main (dpa). Die beiden tot im Main bei Frankfurt gefundenen Brüder sind nach Einschätzung der Polizei wahrscheinlich von ihrem Vater getötet worden. Der Vierjährige und sein ein Jahr älterer Bruder sind nach bisherigen Ermittlungen der Frankfurter Kriminalpolizei nicht ertrunken, ihre Todesursache steht noch nicht fest. Nach dem Vater, einem 43 Jahren alten Deutschen indischer Abstammung, wird bundesweit gefahndet, wie die Polizei am Donnerstag weiter berichtete. Er lebte seit einem Jahr getrennt von der Mutter, die ihn einen Tag vor dem Leichenfund wegen Kindesentziehung angezeigt hatte.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in einem 30-Parteien-Mietshaus in Offenbach fand die Polizei mehrere Dokumente, die der Verdächtige an die Mutter und an die Ermittler richtete. Den Tod seiner Söhne stelle er als Unfall dar, berichtete Polizeisprecher Peter Öhm. Die in dem Rechtfertigungsschreiben behaupteten Fakten seien aber von Ermittlungen widerlegt. Gegen die Version des Vaters spreche die Auffindesituation der toten Kinder, die Spurenlage und das vorläufige Obduktionsergebnis. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann lebt.

Der Wiesbadener Kriminalpsychologe Rudolf Egg geht von einem erweiterten Selbstmord als Motiv aus. Dass der Vater sich zunächst nicht selbst getötet habe, spreche nicht gegen einen solchen ursprünglichen Plan, sagte der Leiter der Kriminologischen Zentralstelle.

Bei den jährlich 100 bis 150 vollendeten Fällen von Kindstötungen in Deutschland seien in bis zu 70 Prozent der Fälle die Eltern oder ein Elternteil die Täter. Bei der Obduktion fanden die Rechtsmediziner keine Anzeichen, dass die vier und fünf Jahre alten Jungen ertrunken sind. Die mit einem Gürtel aneinander gefesselten Brüder waren offenbar schon tot, als sie in den Fluss geworfen wurden. Da auch keine Anzeichen äußerer Gewalt gefunden wurden, soll nun überprüft werden, ob sie vergiftet wurden. Als Todeszeitpunkt nehmen die Ärzte den späten Samstagabend an.

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