Welt : Bubble-Tea: Süß, bunt, giftig? Forscher entdecken verbotene Substanzen

Emily Katzenstein

Aachen/Mönchengladbach - Bunt, süß und trendy soll der Bubble-Tea sein, und natürlich ein gutes Geschäft. Wie die Pilze schießen Bubble-Tea-Läden noch immer aus dem Boden. Doch damit könnte möglicherweise bald Schluss sein. Wissenschaftler haben in verschiedenen Sorten des Tees gesundheitsschädliche, verbotene Substanzen gefunden. Die Chemikalien stünden im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen und Allergien auszulösen, bestätigte das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen am Mittwoch einen Bericht der „Rheinischen Post“. In Zusammenarbeit mit der Firma Leco Instrumental hatten die Forscher neun Sorten aus der Filiale einer bundesweiten Bubble-Tea-Ladenkette in Mönchengladbach unter die Lupe genommen. In allen Sorten fanden sie die giftigen Substanzen. In den Aromakugeln des Tees, die von einem Großhändler aus Taiwan stammen, seien unter anderem Styrol, Acetophenon und bromierte Substanzen in nicht geringer Konzentration entdeckt worden. Grenzwerte für die Stoffe gibt es nicht. Da sie als krebserregend gelten, sind sie in Lebensmitteln generell verboten. Die Stoffe sollen bei unsauberer Herstellung von Aromastoffen entstehen. Stephan Maelssa, ein Sprecher des Verbraucherministeriums von Nordrhein-Westfalen, warnte vor übereilten Schlüssen. Dem Land lägen derzeit noch keine ausreichenden Informationen vor, um zu entscheiden, ob und in welchen Mengen gesundheitsgefährdende Substanzen in Bubble-Tea enthalten seien. Die Probemenge sei zu gering gewesen, um aussagekräftig zu sein. „Es gibt eine Menge offener Fragen. Solange diese nicht beantwortet und von amtlicher Seite überprüft worden sind, können wir nicht handeln“, sagte der Sprecher. Das Ministerium kündigte weitere Untersuchungen an.

Emily Katzenstein (mit dpa)

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