Buchvorstellung : Wieder Rummel um Natascha Kampusch

Knapp ein Jahr nach der Flucht aus der Gefangenschaft hat die Mutter der heute 19 Jahre alten Natascha Kampusch ein Buch veröffentlicht. Ihre Tochter will nicht in die Öffentlichkeit - und zeigt sich doch.

Kampusch
Verdecktes Gesicht. Natascha Kampusch auf der Presskonferenz. -Foto: dpa

Wien Zur Präsentation des Buches "Verzweifelte Jahre" von Brigitta Sirny (57) über die Zeit ohne ihre entführte Tochter erschien auch Natascha Kampusch. Rund hundert Journalisten aus aller Welt waren an der Buchveröffentlichung interessiert. Obwohl das Entführungsopfer versuchte, ihr Gesicht hinter einer großen Brille und einem Fächer zu verstecken, wurde Natascha Kampusch erkannt und sofort von den Pressefotografen in ein Blitzlichtgewitter gehüllt.

Sirny schildert in dem Buch, das von den beiden Wiener Journalisten Andrea Fehringer und Thomas Köpf geschrieben wurde, die achteinhalb Jahre bis zur Befreiung ihrer Tochter, in denen sie selbst sogar bezichtigt wurde, das Kidnapping organisiert zu haben. Ihre Tochter finde das Buch "okay", sagte Sirny bei der Präsentation des rund 200 Seiten langen Werks. Sie habe es gelesen und auch korrigiert, sagten Vertreter des Verlags Ueberreuter.

Natascha Kampusch hatte sich am 23. August 2006 aus ihrem Verließ in einem Haus in Strasshof bei Wien befreien können, wo sie ihr Entführer fast achteinhalb Jahre lang festgehalten hatte. Kampusch war als Zehnjährige am 2. März 1998 auf dem Schulweg von dem Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil entführt worden. Priklopil nahm sich kurz nach der Flucht seines Opfers das Leben. Die Geschichte der jungen Frau hatte einen mehrere Monate dauernden internationalen Medienrummel ausgelöst, dem die Anwälte Kampuschs mit einer Serie von Klagen begegneten. (mit dpa)

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