Buddhismus : Hamburg empfängt Dalai Lama mit Applaus

Der Dalai Lama ist zu einem internationalen Buddhismus-Treffen mit rund 30.000 Teilnehmern in Hamburg eingetroffen. Er wurde von Bürgermeister Ole von Beust empfangen.

Carola Große-Wilde,Jenny Tobien[dpa]
Dalai Lama Foto: ddp
Vor dem Hamburger Rathaus warteten hunderte Menschen auf die Ankunft des Dalai Lama. Er wird zehn Tage in Deutschland bleiben. -Foto: ddp

HamburgBei strahlendem Sonnenschein hat das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter in Hamburg seinen zehntägigen Deutschland-Besuch gestartet. Rund tausend Menschen jubelten dem Friedensnobelpreisträger zu, als er aus seiner Limousine vor dem Rathaus stieg und vom Bürgermeister Ole von Beust (CDU) begrüßt wurde. Nach einem halbstündigen Gespräch trug sich der 72-Jährige ins Goldene Buch der Stadt ein. Zum ersten Mal wurde der Dalai Lama, der zum vierten Mal Hamburg besucht, wie ein Staatsgast empfangen. Zu seinen Vorträgen werden bis Freitag rund 30.000 Menschen erwartet.

"Dieser berühmten Stadt Hamburg und ihren Menschen wünsche ich alles Gute und Glück. Der Dalai Lama", schrieb der Friedensnobelpreisträger ins Goldene Buch. Anschließend legte er von Beust einen weißen Katak, einen tibetischen Glücksschal, um den Hals. Im Gegenzug überreichte ihm der Bürgermeister einen Montblanc-Füllfederhalter. "Wir haben uns über die aktuelle Situation in Tibet unterhalten", berichtete der Dalai Lama, der seit 1959 im indischen Exil lebt. Noch gebe es keine seriösen Verhandlungen mit den Chinesen, die Tibet seit 1950 besetzt halten. "Mein größtes Anliegen ist es, Vertrauen aufzubauen." Beust betonte, dass er sich von den Chinesen nicht vorschreiben lasse, wen er empfängt und wen nicht.

Pünktlich um 10.51 Uhr war die Privatmaschine mit dem Dalai Lama an Bord auf dem Flughafen der Hansestadt gelandet. Mit einem Lächeln auf den Lippen und gefalteten Händen verbeugte sich der Friedensnobelpreisträger, bevor er die Gangway hinunterging und von Vertretern des Tibetischen Zentrums und der tibetischen Exilregierung begrüßt wurde. "Ich bin sehr glücklich, wieder in Deutschland zu sein", sagte der 72-Jährige, der wie immer seinen traditionellen weinroten Ordensrock und eine Gebetskette trug. "Ich freue mich, all die Menschen zu treffen und mit ihnen meine Erfahrung zu teilen", sagte er vor Journalisten und fügte lächelnd hinzu: "Mir geht es gut."

Hunderte Menschen warteten auf den Dalai Lama

Vor dem Rathaus warteten hunderte Menschen auf die Ankunft des Dalai Lama. "Er ist eine Person, die mich schon immer fasziniert hat", sagte Martin Schlüter aus Borken bei Münster. "Mich beeindruckt, dass er trotz großer Schwierigkeiten immer gelassen, friedlich und liebenswert bleibt", sagte ein junger Hamburger, der in Zürich und Paris schon häufiger Seminare des Dalai Lama besucht hat. "Die Übungen und Praktiken des Buddhismus finde ich toll, deshalb werde ich in den nächsten Tagen auch möglichst viele Veranstaltungen in Hamburg besuchen", sagt er. "Der Dalai Lama ist einfach eine beeindruckende Persönlichkeit. Wenn man die Chance hat, ihn zu sehen, muss man sie wahrnehmen", meinte auch Nicola Bogun aus Gladbeck, die direkt hinter der Absperrung stand. Ihr Mann hatte den zehnmonatigen Sohn Luke auf dem Arm. "Das größte wäre natürlich, wenn er das Kind berühren würde", sagte Nicola. Auch der Hamburger Harald Scharfe wartete in der Menge. "Seitdem ich in meiner Jugend "Sieben Jahre in Tibet" gelesen habe, habe ich eine Beziehung zum Dalai Lama". Seine Aussagen seien auch für ihn als Christ "einfach faszinierend".

Als Seine Heiligkeit schließlich mit einer Limousine vorfuhr, empfingen ihn die Menschen mit lautem und respektvollem Applaus. Nach seinem Termin ließ er es sich nicht nehmen, einige Wartende auch persönlich zu begrüßen. Viele der begeisterten Zuschauer dokumentierten jeden Schritt des Friedensnobelpreisträgers mit Digitalkameras oder Fotohandys. "Ich verehre den Dalai Lama, an seinem Verhalten können sich viele ein Beispiel nehmen", sagte eine junge Frau, die Bänder in den Flaggenfarben der tibetischen Exilregierung in der Hand hielt. "Außerdem lächelt er immer - das ist einfach schön." (mit dpa)

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