Bundeskriminalamt : Internationaler Schlag gegen rechtsextremen Musikvertrieb

Voller Erfolg: Dem Bundeskriminalamt ist nach mehr als dreijährigen Ermittlungen ein Schlag gegen die internationale rechtsextremistische Musikvertriebsszene gelungen. Zwei Männer wurden in Dänemark festgenommen. Die Spuren führen auch nach Australien und zur deutschen NPD.

WiesbadenIn Dänemark wurden am Mittwoch ein Deutscher und ein Däne - Flemming C. und Stephan G. - festgenommen, gegen die seit Mai wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Gewaltdarstellung und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung Haftbefehle des Amtsgerichts Frankfurt bestanden. Das BKA in Wiesbaden berichtete auch über Verbindungen der beiden zur rechtsextremen NPD. An zwei dänischen Orten wurden Wohnungen und Geschäftsbereiche durchsucht. In Finnland nahmen die Ermittler zeitgleich drei Objekte im Umfeld eines illegalen CD-Versands unter die Lupe.

Den beiden Beschuldigten wird vorgeworfen, über einen Zeitraum von mehreren Jahren als Verantwortliche des rechten Musikversands "Celtic Moon" illegale Tonträger wie "Kommando Freisler - Geheime Rechtssache" finanziert, deren Produktion in Auftrag gegeben und sie anschließend vertrieben zu haben. Dazu hat sich die Gruppierung der Kontakte zu einem Mitbeschuldigten in Australien bedient, der die übersandten Masterbänder vervielfältigen ließ und mehrere zehntausend CDs anschließend nach Dänemark verschickte. Ein Auslieferungsersuchen für die Verhafteten, die seit Jahren in Dänemark leben, wurde laut Staatsanwaltschaft Frankfurt vorbereitet.

Verbindungen zu NPD-Mitglied Thorsten Heise

Die beiden Männer hatten laut BKA zudem Verbindungen zu deutschen Musikgruppen, -managern und bekannten Anhängern der rechten Szene. Darunter ist das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise, dessen Haus in Thüringen das BKA im Oktober 2007 durchsucht hatte.

Im Kampf gegen die Verbreitung rechtsextremer Musik durchsuchten die finnischen Behörden am Mittwoch zusammen mit Experten des BKA auch einige Objekte. Die Verdächtigen waren im Rahmen der Ermittlungen als Verantwortliche des illegalen CD-Versands "Werwolf Records" bekanntgeworden und stehen ebenfalls in direktem Kontakt zu den Hintermännern der Verantwortlichen von "Celtic Moon". Sie waren vor allem mit der Neuproduktion zweier Sampler mit den Titeln "Die Deutschen kommen" in Zusammenarbeit mit dem NPD-Bundesvorstand in den Fokus der Ermittlungen geraten. (sba/dpa)

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