Buntes : Simultan-Küsser und Massen-Teetrinker

Die größte Tee-Party in Japan, die längste Büstenhalterkette in Südafrika oder die meisten Simultan-Küsser in Paris - der Phantasie für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sind keine Grenzen gesetzt.

London - Weltweit fand deshalb der zweite jährliche Guinness-Weltrekordtag Records Day statt, um die Ausgabe 2008 mit kuriosen Rekorden zu bestücken. Nicht alle Höchstleistungen allerdings fanden am Tag selbst statt. So wurde im kanadischen Toronto im CN-Tower schon am Mittwoch in 351 Metern Höhe der höchstgelegene Weinkeller für ein Restaurant gebaut. Im japanischen Nishio tranken bereits im Oktober 14.718 Menschen in einer gigantischen Zeremonie auf roten Teppichen zusammen grünen Tee.

In Neuseeland wurden zum Weltrekordtag gleich zwei Rekorde aufgestellt: Keith Kolver rollte in einem riesigen Ballon in Rekordgeschwindigkeit einen Hügel herunter und wurde mit 52 Stundenkilometern der schnellste "Zorbanaut". Steve Camp brach den bisherigen Weltrekord der längsten "Zorb"-Fahrt mit 570 Metern. Ein Zorb besteht aus aufblasbaren Kunststoffkugeln, in denen die Zorber sich rollen können. Durch die Luftkissen werden beim Rollen harte Schläge abgefangen.

Rekord im Sliptragen gebrochen

In Australien zog sich der TV-Wetterfrosch Grant Denyer in einer Minute 18 Unterhosen über und brach damit knapp den bisher bei 17 Slips liegenden Rekord. Die neunjährige Gymnasiastin Brittany Boffo aus Adelaide stellte einen neuen Rekord im "Body Skipping" auf, bei dem Teilnehmer über ihre verschränkten Arme steigen, sie hinter dem Rücken hochziehen und über den Kopf wieder vor den Körper brachten: Das Mädchen schaffte die halsbrecherische Verrenkung in einer Minute 60 Mal. "Sie war wie eine Maschine", kommentierte Justitiar Chris Sheedy, der den Rekordversuch für das Guinness-Buch überwachte.

Im Laufe des Tages geplant war noch ein Massen-Wettküssen in Paris, die längste BH-Kette in Südakfrika und die längste Reihe von Tänzern in Kanada. In London wollten Synchronschwimmer den kalten Fluten des Brunnens am Trafalgar Square trotzen und die meisten Ballett-Bewegungen in einer Minute versuchen. In New York schließlich planten furchtlose Rekordsucher, sich so viele Klapperschlangen wie möglich in den Mund zu stopfen und so zu tragen.

Die irische Guinness-Brauerei hatte das Buch der Rekorde 1955 ins Leben gerufen, um Streitigkeiten zwischen Zechern seines Bieres zu regeln. Im vergangenen Jahr wurde erstmals der Weltrekordtag abgehalten. Der 9. November erinnert an den Tag im Jahr 1974, als das Guinness-Buch der Rekorde selbst einen Rekord aufstellte, nämlich als meistverkauftes mit einem Copyright belegtes Buch der Welt. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar