Buschbrände : FBI jagt Brandstifter

Das Flammeninferno in Kalifornien ist nicht nur natürlichen Ursprungs. In mindestens zwei Fällen wird Brandstiftung als Ursache für die riesigen Flächenbrände vermutet. Das FBI ermittelt.

Kalifornien Foto: dpa
Vielerorts haben die Brände ein Bild der Zerstörung hinterlassen. -Foto: dpa

San DiegoLeichte Entspannung in den Waldbrandgebieten im Süden Kaliforniens: Die heißen Santa-Ana-Winde haben nachgelassen und gedreht. Vom Pazifik kommt jetzt feuchtere Luft und bringt den fast 9000 erschöpften Feuerwehrleuten, die seit dem vergangenen Wochenende gegen das Flammeninferno kämpfen, Hoffnung. Endlich konnten auch mehr Löschflugzeuge starten. Einige der 18 Großbrände zwischen der mexikanischen Grenze und dem Großraum Los Angeles seien zu etwa 15 Prozent eingedämmt, sagte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Mittwochabend. "Wir machen gute Fortschritte", sagte der Chef eines Löschtrupps in der Nähe von Lake Arrowhead.

In einigen Orten kehrten Menschen, die seit Tagen auf der Flucht vor dem Feuer waren, zu ihren Häusern zurück und begannen mit den Aufräumarbeiten. Ihnen bot sich ein Bild der Zerstörung. Nach ersten Schätzungen haben die Feuer Schäden von mehr als einer Milliarde Dollar (710 Millionen Euro) angerichtet. 1700 Quadratkilometer - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin - ist verbrannt.

Verdächtiger erschossen

In mindestens zwei Fällen wird Brandstiftung als Ursache für die riesigen Flächenbrände vermutet. Die Zeitung "Los Angeles Times" berichtete, die Polizei habe nordöstlich von Los Angeles einen Verdächtigen erschossen und einen weiteren festgenommen. FBI und die Feuerwehr von Orange County haben eine Belohnung von 70.000 Dollar für Informationen über mutmaßliche Täter ausgesetzt.

US-Präsident George W. Bush will am Donnerstag mit Schwarzenegger über die betroffenen Gebiete fliegen, um sich einen Eindruck vom Ausmaß der verheerenden Brände zu verschaffen. Bush hatte Südkalifornien zum Katastrophengebiet erklärt. Dies ermöglicht Brandopfern, finanzielle Hilfen vom Staat zu beantragen. Zeitweise waren mehr als eine Million Menschen auf der Flucht.

Laut Schwarzenegger sind bei den Buschfeuern drei Menschen ums Leben gekommen, etwa 40 wurden verletzt. Knapp 1500 Häuser seien abgebrannt und mehr als 25.000 Gebäude immer noch bedroht. Nachdem sich die Santa-Ana-Winde von 160 auf knapp 50 Kilometer pro Stunde abgeschwächt haben, konzentrieren sich die Feuerwehrleute nun auf die Hauptbrandherde. So drohte ein Feuer in der Nähe von San Diego die Stromleitungen zu zerstören, die die Stadt mit dem landesweiten Energienetz verbindet. Neben 1500 Nationalgardisten eilten Feuerwehrleute aus den Bundesstatten Nevada, New Mexico und Arizona ihren Kollegen in Kalifornien zu Hilfe.

Gore macht Klimawandel verantwortlich

Der ehemalige US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore erklärte in einer Redein Wien, der Klimawandel sei hauptverantwortlich für die Katastrophe. In Südkalifornien habe es in diesem Jahr weniger als drei Zentimeter geregnet. Die Temperaturen hätten in den vergangenen Tagen um zehn Grad höher gelegen als im früheren Durchschnitt.

Lob spendete der Demokrat Gore Kaliforniens republikanischem Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der einen "tollen Job" mache und in klimapolitischer Hinsicht wichtige Akzente setze. Er habe mit ihm engen Kontakt und sehe Möglichkeiten, über Parteigrenzen hinweg weitere Partner zu finden, um den Klimawandel zu stoppen. (mit dpa)

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