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Busunfall in Frankreich : Bundespräsident Gauck kondoliert Hinterbliebenen

Bei einem Busunfall nahe Bordeaux sind 42 Menschen ums Leben gekommen. Frankreichs Staatschef Hollande spricht von einer "furchtbaren Tragödie".

Rettungskräfte transportieren Verletzte ab.
Rettungskräfte transportieren Verletzte ab.Foto: REUTERS

Nach dem schweren Busunglück mit 42 Toten bei Bordeaux hat Bundespräsident Joachim Gauck in einem Kondolenzschreiben an den französischen Staatschef François Hollande seine Anteilnahme ausgesprochen. „Die Nachricht von dem furchtbaren Busunglück nahe Bordeaux, bei dem so viele Ihrer Landsleute auf so tragische Weise ums Leben gekommen sind, erfüllt mich mit großer Bestürzung und tiefer Trauer“, schrieb Gauck nach Angaben des Bundespräsidialamts in Berlin vom Freitag. „Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, denen wir Kraft wünschen für die Bewältigung des schrecklichen Verlustes, den sie erlitten haben“.

Der Bus mit einer französischen Seniorengruppe und der Holztransporter prallten den Behörden zufolge am Freitagmorgen östlich von Bordeaux auf einer Landstraße frontal zusammen. Sie gingen sofort in Flammen auf. Mehrere Menschen überlebten den tödlichsten Verkehrsunfall in Frankreich seit 33 Jahren verletzt.

Das Unglück ereignete sich auf der Landstraße 17 im bekannten Weingebiet Saint-Emilion auf dem Gebiet der Gemeinde Puisseguin. "Offenbar hat der Lastwagen(fahrer) die Kontrolle über das Fahrzeug verloren", sagte der Bürgermeister von Puisseguin, Xavier Sublett, dem Radiosender RTL. "Er hat sich quer auf die Straße gestellt. Der Bus(fahrer) hat den Unfall kommen sehen und hat versucht, ihn zu verhindern." Der Busfahrer habe den Zusammenstoß nicht verhindern, aber noch den Türöffnungsmechanismus betätigen können.

An Bord des Busses befanden sich 48 Passagiere und der Busfahrer

Ein vom Nachrichtensender BFMTV veröffentlichtes Zeugenfoto zeigte einen komplett ausgebrannten Bus. Rund 60 Feuerwehrleute eilten mit etwa 20 Einsatzfahrzeugen zu der Unglücksstelle, auch Hubschrauber waren im Einsatz. Für die Angehörigen der Opfer wurde eine psychologische Krisenzelle eingerichtet.

An Bord des Busses befanden sich 48 Passagiere und der Busfahrer. Vier Menschen wurden bei dem Unfall schwer verletzt, wie der Präfekt des Départements Gironde, Pierre Dartout, sagte: Zwei erlitten Schädelbrüche, zwei weitere schwere Verbrennungen. Vier weitere Menschen wurden leicht verletzt. Unter den Toten ist auch der Lastwagenfahrer. Über den Busfahrer hieß es zunächst, er sei unter den Toten. Jedoch überlebte er das Unglück leicht verletzt, wie Bürgermeister Sublett vor Journalisten vor Ort sagte.

Der Bus war nur kurz vor dem Unfall in der Gemeinde Petit-Palais-et-Cornemps zu einem Ausflug gestartet. An Bord waren Mitglieder eines Seniorenvereins.

Frankreichs Staatschef François Hollande sprach am Rande eines Griechenland-Besuchs von einer "furchtbaren Tragödie". Die Regierung sei "vollkommen mobilisiert", sagte Hollande in Athen. Regierungschef Manuel Valls sprach den betroffenen Familien über den Kurznachrichtendienst Twitter sein Beileid aus.

Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies machten sich umgehend auf den Weg zur Unglücksstelle, ebenso der Bürgermeister von Bordeaux, der frühere Premierminister Alain Juppé.

Es ist der tödlichste Straßenverkehrsunfall in Frankreich seit mehr als 30 Jahren. 1982 waren bei einem Busunglück im ostfranzösischen Beaune 53 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 44 Kinder. (dpaAFP)

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