Busunglücke : Zwölf Menschen sterben in Russland

Bei zwei schweren Busunfällen in Russland sind zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Deutsche. Die Unglücke ereigneten sich in Westsibirien und in Sankt Petersburg.

Moskau (04.08.2005, 16:46 Uhr) - Im westsibirischen Gebiet Kurgan, 1700 Kilometer östlich von Moskau, starben bei dem Zusammenstoß mit einem Lastwagen zehn Businsassen. «Fünf von ihnen einschließlich eines Kindes sind Deutsche», sagte ein Vertreter des Zivilschutzes in Moskau, Viktor Belzow. Auch die deutsche Botschaft in Moskau ging von fünf toten deutschen Staatsangehörigen in Sibirien aus. Mehr als 20 Reisende wurden dort verletzt.

Bei der Stadt Sankt Petersburg kollidierte ein Bus mit deutschen Touristen auf der Fahrt zum Katharinenpalast in Puschkin ebenfalls mit einem Lastwagen. Dabei wurde nach diplomatischen Angaben eine 69-jährige Frau aus Düsseldorf getötet, der russische Busfahrer sei im Krankenhaus gestorben. Insgesamt 19 verletzte Touristen im Alter zwischen 68 und 95 Jahren sowie ihre russischen Begleiter seien in örtliche Krankenhäuser gebracht worden.

Der Kölner Reiseveranstalter, Viking Flusskreuzfahrten, bedauerte den Unfall. 17 der Verletzten stammten aus Deutschland und zwei aus den Niederlanden, teilte der Veranstalter mit. Insgesamt hätten 25 Kreuzfahrttouristen an dem Ausflug zum Katharinenpalast teilgenommen. Für Angehörige, die sich über den Verbleib ihrer Familienmitglieder informieren wollten, sei die Telefonhotline 01802 845 464 eingerichtet worden.

Die meisten Opfer des Unfalls in Westsibirien waren nach ersten Angaben deutsche Aussiedler, die ihre alten Wohngebiete besuchen wollten. «Es steht fest, dass der Unfall von dem Fahrer des Lastwagens verursacht wurde», erklärte die Staatsanwaltschaft von Kurgan. Der Lastwagen mit einer Ladung Metall sei am frühen Morgen bei Nebel auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit dem Bus zusammengestoßen.

In der Klinik der Kreisstadt Jurgamysch operierten Fachärzte aus Kurgan mehrere Schwerverletzte. Nach unterschiedlichen Angaben im Laufe des Tages teilte das Zivilschutzministerium in Moskau abends mit, in dem Bus seien zwei Fahrer und 34 Passagiere gewesen, darunter 24 Deutsche. Sie wollten mit dem Bus von Moskau nach Nowosibirsk und Barnaul reisen. Das Altai-Gebiet mit der Hauptstadt Barnaul ist ein Hauptsiedlungsgebiet der Russlanddeutschen.

Die Deutschen stellen die größte Gruppe der westeuropäischen Reisenden in Russland. Der klassische Tourismus mit Städtereisen, Kreuzfahrten auf den russischen Strömen oder Fahrten mit der Transsibirischen Eisenbahn hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch abenteuerlustige Autofahrer, Radfahrer, Bergsteiger oder Taucher kommen nach Russland. In der Sommerzeit reisen auch tausende Deutsche russischer Herkunft in die alte Heimat. (tso)

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