Calw : Heim für Obdachlose abgebrannt

Bei einem verheerenden Brand in einem Obdachlosenheim im baden-württembergischen Calw sterben vier Bewohner nachts im Schlaf.

Calw - Gespenstische Stille liegt über der Calwer Innenstadt. Nach einem verheerenden Feuer in einem Obdachlosenheim sind vier Bewohner der zwölf dort gemeldeten Menschen tot. Ein Obdachloser wurde schwer verletzt, eine weiterer leicht, als sie sich durch einen Sprung aus dem Fenster retteten. Eine weitere Person wurde ebenfalls leicht verletzt. Das Gebäude, eine Einrichtung der von der Diakonie betriebenen „Erlacher Höhe“, wurde weiträumig abgesperrt.

Die Freiwillige Feuerwehr Calw barg über ein Drehleiterfahrzeug die Leichen, die Polizei sucht fieberhaft nach den Gründen für das Unglück. Erkenntnisse über die mögliche Ursache für das Feuer, das am frühen Mittwochmorgen vermutlich gegen vier Uhr ausbrach und die Bewohner im Schlaf überraschte, gibt es bislang nicht.

Die Betroffenheit über die zu beklagenden Opfer steht nicht nur den Mitarbeitern von Polizei und Deutschem Roten Kreuz ins Gesicht geschrieben. Auch Oberbürgermeister Manfred Dunst ist vor Ort und sichtlich schockiert. Laut Andreas Reichstein, Geschäftsführer der Erlacher Höhe Nagold/Calw, haben insgesamt zwölf Bewohner in dem Haus gelebt. Zunächst war von elf Menschen die Rede gewesen. Diejenigen Bewohner, die sich rechtzeitig und unbeschadet aus dem brennenden Gebäude in Sicherheit bringen konnten, wurden in einem nur knapp hundert Meter entfernten Gebäude durch Seelsorger betreut, auch der Calwer Dekan Erich Hartmann spendet Trost und bemüht sich, den Menschen Halt zu geben, die noch gar nicht fassen können, dass sie gerade dem Tod entronnen sind. In den Flammen haben sie Freunde verloren, die sie erst in den Tagen und Wochen davor gefunden hatten.

In dem Haus finden Menschen in sozialen Notlagen auch für einen längeren Zeitraum Aufnahme. Die Bewohner werden zudem durch die Diakonie betreut und unterstützt. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich eine Werkstatt, in der einige der Bewohner arbeiten. dpa

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