China : Dutzende Tote bei Grubenunglück

Bei einem neuen Grubenunglück in China sind mindestens 88 Bergleute getötet worden. Das Schicksal von 36 Verschütteten in dem Kohlebergwerk in Qitaihe war noch ungewiss.

Peking - Einen Tag nach der Kohlenstaubexplosion in der Dongfeng Kohlegrube in Qitaihe in der Provinz Heilongjiang nahe der Grenze zu Russland glaubten Rettungstrupps aber, noch Überlebende finden zu können. 97 Bergleute waren mit dem Leben davongekommen.

Insgesamt waren 221 Bergleute unter Tage, als die Kohlenstaubexplosion am Sonntagabend passierte und das Ventilationssystem lahm legte. Am Montag konnte die Belüftung aber wieder hergestellt werden. Die Grubenexplosion in der nordostchinesischen Region, die nach einem Chemieunfall bereits von der Umweltkatastrophe auf dem Fluss Songhua heimgesucht wird, setzt eine Serie von Grubenunglücken in China fort.

Der chinesische Bergbau leidet unter Sicherheitsmängeln, schlechter Ausrüstung, mangelnder behördlicher Aufsicht und Überlastung wegen des Energiemangels in China. Die sieben Millionen Bergarbeiter in China leben um ein Vielfaches gefährlicher als ihre Kollegen in anderen Ländern. Im vergangenen Jahr sind allein in den Kohlegruben Chinas nach offiziellen Angaben 6027 Kumpel ums Leben gekommen. Das entspricht 80 Prozent aller Toten im Bergbau weltweit. In diesem Jahr wurden zwischen Januar und September offiziell 4228 Tote gezählt. Doch wird keineswegs jedes tödliche Unglück den Behörden gemeldet.

Wegen der anhaltenden Serie von Grubenunglücken hatte die Regierung im September neue Sicherheitsvorschriften veröffentlicht und die Schließung illegaler Gruben abgeordnet. Jene, die nicht die Vorschriften erfüllen konnten, mussten den Betrieb solange einstellen. Bislang seien 9056 illegale Gruben geschlossen worden, während 12 990 ihre Arbeit vorübergehend einstellen mussten, wie chinesische Medien berichteten. Ebenso wurde die Offenlegung von finanziellen Beteiligungen von Funktionären in Kohlegruben angeordnet, um gegen Korruption vorzugehen.

«Doch bleibt angesichts Besorgnis erregender Anzeichen von lockerer Aufsicht auf der Ebene der Provinzen und Kreise zweifelhaft, ob sich diese Bemühungen auszahlen», kommentierte die Tageszeitung «China Daily» am Montag. Die Unglücksgrube gehört zur Longmei Gruppe der Provinz Heilongjiang, einem Konglomerat von vier staatlichen Gruben. (tso/dpa)

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