China : Hunderttausende fliehen vor "Saomi"

In Erwartung des Taifuns "Saomi" haben im Südosten Chinas mehr als 1,5 Millionen Menschen ihre Häuser verlassen. Der Wirbelsturm erreichte Windgeschwindigkeiten von mehr als 216 Stundenkilometern.

Peking - Im Südosten Chinas kamen mindestens 14 Menschen ums Leben oder wurden als vermisst gemeldet. In der Provinz Fujian seien bei dem Unwetter zwei Menschen ums Leben gekommen und zwölf Vermisste gezählt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. "Saomai" traf südlich von Schanghai auf Festland. Es sei der "stärkste Taifun in der Region seit 50 Jahren", sagte der kommunistische Parteichef der betroffenen Provinz Zhejiang, Xi Jinping. Die Behörden warnten, der Sturm sei offenbar noch heftiger als der Taifun "Rananim", der im August vor zwei Jahren 164 Menschen in der Provinz in den Tod gerissen hatte. Mehr als 1,5 Millionen Menschen ergriffen vor dem Taifun die Flucht.

Fernsehbilder zeigten, wie riesige Wellen die Küste trafen. In der Provinz Zhejiang wurden rund 999.000 Menschen aus bedrohten Gebieten gebracht, in der Nachbarprovinz Fujian brachten sich 570.000 Bewohner in Sicherheit. Die Meteorologen warnten, die Hafenstadt Wenzhou werde vermutlich die volle Härte des Sturmes treffen. Die dortigen Behörden forderten sämtliche Unternehmen auf, die Arbeit sofort einzustellen und sich gegen den Taifun zu wappnen. In Zhejiang und Fujian kehrten vor dem Eintreffen des Sturms mehr als 44.000 Schiffe sicherheitshalber in die Häfen zurück. Schulen bekamen Anweisung, die Kinder nicht ins Freie zu lassen.

Bereits acht Tropenstürme 2006

"Saomai" ist bereits der achte Taifun in China in diesem Jahr. Er folgt dem Taifun "Prapiroon", der am vergangenen Wochenende in Südostchina 80 Menschen in den Tod riss. Unmittelbar hinter "Saomai" nähert sich bereits "Bopha" als neunter Tropensturm oder Taifun der chinesischen Küste. Sollte er sich "Saomai" weiter nähern, könnten sich die Stürme in ihrer Heftigkeit gegenseitig verstärken, warnten Meteorologen.

Bei Unwettern starben oder verschwanden in China in diesem Jahr bereits mehr als 2000 Menschen, wie das chinesische Rote Kreuz am Donnerstag mitteilte. Besonders hart von Taifunen und Regengüssen betroffen ist der Süden des Landes. Fünf Millionen Wohnhäuser und 32 Millionen Hektar Agrarland seien zerstört worden. Die wirtschaftlichen Schäden der Unwetter bezifferte das Rote Kreuz auf 130 Milliarden Yuan (100 Milliarden Euro). (tso/AFP)

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