China : Militärflugzeug in der Luft explodiert

Beim Absturz eines chinesischen Militärflugzeuges in Ostchina sind vermutlich alle 40 Insassen an Bord ums Leben gekommen. Die Unglücksursache ist noch unbekannt, die Militärbehörden hüllen sich in Schweigen.

Peking - «Das Flugzeug explodierte in der Luft», berichtete am Sonntag ein Mitarbeiter der Gemeinde Guangde in der Provinz Anhui telefonisch der dpa in Peking. «Die Trümmer verteilten sich auf eine hügelige Gegend.» Bergungstrupps suchten nach den Opfern. Die Absturzstelle wurde abgeriegelt.

Die Behörden befürchteten, dass alle Insassen der Transportmaschine ums Leben gekommen sind. «Es gibt kaum eine Chance, dass jemand überlebt haben könnte», berichtete ein Funktionär der Stadtregierung im 63 Kilometer entfernt gelegenen Xuancheng der dpa. Die Ursache des Explosion war unklar. Die Wetterbedingungen seien gut gewesen, hieß es am Unglücksort. «Der Himmel war klar.»

Eine Ermittlungskommission aus Peking sei angereist, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Absturzursache werde untersucht. Die Militärbehörden hüllten sich in Schweigen. Zuständige militärische Stellen in Anhui gaben auf Anfrage sogar vor, nichts von dem Absturz zu wissen. «Davon habe ich nichts gehört», hieß es, oder: «Ich weiß nichts.» Das Flugzeug war bei einem nicht näher beschriebenen «militärischen Einsatz», wie Xinhua berichtete.

Die Provinzregierung bestätigte nur das Unglück, verwies aber auf die Militärbehörden. «Es gehört zum Militär. Wir haben nichts damit zu tun», sagte ein Sprecher. Entgegen einem Bericht im englischen Dienst von Xinhua, es seien «40 Besatzungsmitglieder und andere Leute» an Bord gewesen, hieß es in den chinesischsprachigen amtlichen Medien, es seien insgesamt 40 Insassen gewesen.

Das bislang letzte größere Flugzeugunglück in China passierte im November 2004 in Baotou, als 53 Insassen beim Absturz einer Verkehrsmaschine ums Leben kamen. Chinas rasant wachsender Luftverkehr war in den 90er Jahren von einer Serie von Flugzeugunglücken heimgesucht worden. Erst als die Regierung die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, ein besseres Verantwortungssystem eingeführt und die Flugzeugflotte modernisiert hatte, ließ die Zahl der Abstürze nach. (tso/dpa)

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