China : Mindestens 56 Tote durch Schlammlawine

Ein Erdrutsch in Nordchina hat mindestens 56 Menschen das Leben gekostet. 35 weitere Personen wurden verletzt, als am Montag in der Provinz Shanxi eine Lawine aus Schlamm und Steinen niederging. Mehr als tausend Retter suchen nach Opfern und riskieren dabei selbst ihr Leben.

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Sintflutartige Regenfälle sollen die Katastrophe ausgelöst haben. -Foto: AFP

Peking Durch einen Erdrutsch in der nordchinesischen Provinz Shanxi sind nach neuen Angaben mindestens 56 Menschen ums Leben gekommen. Wie die chinesische Regierung am Dienstagabend mitteilte, wurden 35 weitere Menschen verletzt, als eine Erd- und Steinlawine am Montag nach heftigen Regenfällen das Lagerhaus eines Bergwerks nahe der Stadt Linfen zerstörte. "Es war schrecklich“, zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua den überlebenden Arbeiter Wei Guanghui. Die etwa sieben Meter hohe Schlamm- und Felslawine sei ins Tal gedonnert und habe innerhalb weniger Minuten den Markt und mehrere Häuser hinweggefegt.

Ein Bewohner in dem benachbarten Dorf Taosi wollte von "mindestens tausend Toten" wissen. Der Markt, in dem viele Händler auch gewohnt hätten, sei weggeschwemmt worden. In der Marktanlage etwa 500 Meter unterhalb des Bergwerkes habe es auch ein großes Badehaus und einen Speisesaal für Grubenarbeiter sowie kleinere Restaurants gegeben. Ein Bürogebäude sowie zahlreiche Häuser in einem tausend Meter entfernt gelegenen Dorf seien ebenfalls von der 300 bis 400 Meter breiten Lawine aus Schlamm- und Erdmassen überrollt worden.

Mehr als 1100 Rettungskräfte suchten in den Trümmern der Ortschaft Taoshi verzweifelt nach Überlebenden. Auf Fotos war zu erkennen, dass die Bergungstrupps aufpassen mussten, nicht selbst zu versinken. Das in Hongkong ansässige Zentrum für Menschenrechte und Demokratie teilte unter Berufung auf Quellen vor Ort mit, bis zu 500 Menschen könnten unter dem Schlamm begraben sein.

Kritik an Gruben-Eigner

Das chinesische Amt für Arbeitssicherheit machte die Betreiber des Bergwerks für das Unglück verantwortlich, da die Mine illegal unterhalten wurde. Wie die Behörde auf ihrer Internetseite mitteilte, wurden der Direktor sowie acht weitere hochrangige Mitarbeiter des Bergwerks festgenommen.

Die chinesischen Bergwerke gehören zu den gefährlichsten der Welt. Allein im vergangenen Jahr starben laut amtlicher Statistik knapp 3800 Menschen bei Bergbauunglücken in der Volksrepublik. Unabhängige Quellen schätzen, dass die tatsächliche Opferzahl wesentlich höher liegt. (küs/sgo/dpa/AFP)

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