China : Schwerer Chemieunfall soll Trinkwasser nicht bedrohen

Nach mehreren Explosionen in einem Chemiewerk im Osten Chinas sehen die Behörden keine Gefahr für das Trinkwasser in der Region. Die Wasserqualität sei normal.

Peking - Ein schwerer Chemieunfall im Osten Chinas hat nach Angaben der Behörden die Trinkwasserversorgung der Millionenstädte Wenzhou und Lishui nicht gefährdet. Am Donnerstag hatten mehrere Explosionen zwei Fabriken des Longxin-Chemiewerkes zerstört. Dabei wurden auch «große Mengen giftiger Gase» freigesetzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das Werk produziert vorwiegend Wasserstoffperoxid. Die stark ätzende Chemikalie wird vor allem als Bleichmittel eingesetzt. Zwei Menschen galten nach den Explosionen in den Trümmern als vermisst.

Das Chemiewerk liegt nahe der Longquan-Quelle, die den Fluss Oujiang speist. Die Einsatzmannschaften bemühten sich, mit Steinen und Sand Dämme zu bauen, um eine Verschmutzung des Flusses zu verhindern. Die Behörden von Longquan versicherten am Freitag, die Wasserqualität des Oujiang Flusses habe im Rahmen des Üblichen gelegen. Auch die Luft am Explosionsort und in der Nachbarschaft sei «gut». Ein Augenzeuge vor Ort berichtete telefonisch der dpa in Peking: «Mitglieder der Bergungsmannschaften tragen keine Masken. Ich kann keinen fremden Geruch in der Luft feststellen.»

Wegen befürchteter weiterer Explosionen seien viele Menschen vorübergehend in Sicherheit gebracht worden, inzwischen aber wieder in ihre Häuser zurückgekehrt. Die beiden Wasserwerke von Wenzhou und Lishui berichteten, dass die Trinkwasserversorgung beider Städte aus anderen Quellen erfolge, weil das Flusswasser ohnehin «nicht gut genug für Trinkwasser ist». In Wenzhou hieß es: «Wir haben andere Quellen in der Provinz Shanxi.» In Lishui wurde auf ein Wasserreservoir verwiesen, von dem Trinkwasser bezogen wird. «Die Wasserqualität des Oujiang ist nicht beständig.» (tso/dpa)

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