Chronologie : Wegen Vernachlässigung gestorbene Kinder

Immer wieder werden in Deutschland vernachlässigte und unterernährte Kinder in Wohnungen gefunden. Häufig sind die Eltern überfordert.

SchwerinHier einige aufsehenerregende Fälle aus den vergangenen Jahren:

Im Frühjahr 2007 verhungerte und verdurstete die 14 Monate alte Jacqueline in Bromskirchen (Hessen). Mit sechs Kilogramm wog das Kind nur halb so viel wie üblicherweise Kinder in diesem Alter. Die Eltern waren drogensüchtig.

Erst 2006 entdeckten Ermittler die stark verweste Leiche des zweijährigen Benjamin in Schlagenthin (Sachsen-Anhalt). Das Kind war ein Jahr zuvor an Unterernährung gestorben. Die Polizei fand den Körper in einer Tonne, eingewickelt in einer Mülltüte. Die arbeitslosen Eltern hatten weitere fünf Kinder zwischen einem und acht Jahren.

Im Dezember 2006 verdurstete der knapp zehn Monate alte Leon aus Sömmerda (Thüringen), weil er von der Mutter ohne Hilfe in der Wohnung zurückgelassen wurde. Die Mutter hatte sich nach eigenen Angaben überfordert gefühlt.

Im Januar 2005 wurde bei einer Zwangsräumung in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) der Tod der dreijährigen Pervin bekannt. Sie war im Oktober 2002 verhungert.

Im März 2005 erstickte die stark unterernährte siebenjährige Jessica aus Hamburg an Speisebrei. Die arbeitslosen Eltern hatten ihre Tochter in einem dunklen, ungeheizten Zimmer wie eine Gefangene gehalten.

Im Juni 2004 wurde die Leiche des sechsjährigen Dennis aus Cottbus (Brandenburg) in der Kühltruhe seiner Eltern entdeckt. Die elffache Mutter hatte die Leiche zweieinhalb Jahre aus Angst vor Entdeckung versteckt, nachdem der Junge an den Folgen von Unterernährung gestorben war.

Im Februar 2004 starb in Hanerau-Hademarschen (Schleswig-Holstein) ein elf Monate altes Baby. Die Eltern hatten ihren Sohn verhungern lassen und kamen deshalb für mehrere Jahre ins Gefängnis. (mit dpa)

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