CHRONOLOGIE : Wie sich die Tragödie aus Sicht der Polizei abspielte

Um 10 Uhr sollte es losgehen, es verzögerte sich. Um 17:02 Uhr gibt es die erste Meldung bei der Polizei von Opfern.

11.00 Uhr

Das Festgelände soll geöffnet werden. Bei großem Besucherandrang war die Öffnung für 10.00 Uhr geplant.

12.04 Uhr Das Gelände wird geöffnet. Planierarbeiten hatten eine pünktliche Öffnung verhindert. Zu diesem Zeitpunkt haben sich Rückstaus an den Eingangsschleusen gebildet. Die vom Veranstalter zugesagte Einlassmenge von 30 000 Menschen pro Stunde und Schleuse wird nicht erreicht, da die Schleusen personell unterbesetzt sind.

13.30 Uhr Polizisten fordern, die Schleusen richtig zu öffnen, weil es vor dem Eingang Staus und Unmut unter den Besuchern gegeben habe.

15.30 Uhr Der Veranstalter bittet die Polizei um Unterstützung. Sie soll bei der Errichtung einer Ordnerkette auf halber Höhe der Rampe zum Gelände helfen, da die Ordner des Veranstalters nicht ausreichen. Polizei und Veranstalter vereinbaren, dass die Einlassschleusen geschlossen werden.

15.45 Uhr Die Polizei will zur Entlastung des Tunnels die zweite Zugangsrampe öffnen. Es ist nicht klar, ob die vom Veranstalter für den Bereich zugesagten 150 Ordner vor Ort sind. Sicher ist, dass die Ordner nicht ausreichen.

15.46 Uhr Der Veranstalter weist die Ordner an, die Schleusen zu schließen. Aus unbekannter Ursache setzen die Ordner diese Anweisung nicht um.

16.31 Uhr Ordner öffnen im Westen des Geländes eine Absperrung, um Krankenwagen durchzulassen. Sie versäumen es allerdings, die Absperrung sofort wieder zu verschließen.

16.36 Uhr Ordner öffnen eine weitere Absperrung im Westen. Die beiden Öffnungen verursachen erheblich mehr Zulauf an Menschen Richtung Tunnel.

16.40 Uhr Nach einem Hinweis der Polizei werden die Zaunelemente wieder in die Absperrungen eingesetzt. Polizeibeamte bilden Ketten an Tunnel und Rampe, um den Zulauf der Besucher zu regulieren. Wegen des hohen Drucks müssen diese Ketten jedoch wieder aufgegeben werden.

17.02 Uhr Bei der Polizei gehen Meldungen von Opfern auf der Rampe ein. Im unteren Drittel stehen die Menschen extrem dicht, was durch den Zulauf von allen Seiten weiter verschlimmert wird. An der westlichen Seite der Rampe wird ein Zaun, der eine Treppe sichert, weggerissen. Daraufhin versuchen viele Menschen, über die Treppe zu fliehen, der Druck an der Treppe wird immer größer. Die am Boden liegenden Zaunelemente werden zur Stolperfalle. Alle 14 unmittelbar getöteten Opfer werden an der Treppe gefunden. dpa

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