Welt : Chrysler-Building soll Luxushotel werden

TOM HAYS (AP)

Art-Deco-Bau gilt als schönster WolkenkratzerVON TOM HAYS (AP) NEW YORK.Das Chrysler Building im Herzen von Manhattan gilt als schönster Wolkenkratzer.Anders als viele Hochhäuser strahlt das 67 Jahre alte Gebäude Charme, Stil und Eleganz aus.Seine Zukunft ist ungewiß, seit der Besitzer im April starb.Ein japanische Investorengruppe sucht derzeit nach einem Käufer mit einem passenden Konzept für die künftige Nutzung des inzwischen etwas verlotterten Prachtstücks.Zu den spektakulärsten Vorschlägen gehört die Idee, aus dem Bürogebäude ein Hotel der Superlative zu machen. Mit 1700 Zimmer wäre das Chrysler Building nicht nur eines der größten Hotels in New York, sondern mit 319 Metern auch das höchste der USA.Mit seinen Art-Deco-Verzierungen wäre es zweifellos auch eines der schicksten der Erde."Die ganze Welt würde anrufen und Zimmer haben wollen", prophezeit der Bauunternehmer Bernard Goldberg. 200 Millionen Dollar, so schätzt man, wird das Chrysler Building kosten.Die ursprüngliche Schar der Interessenten, darunter auch der Baulöwe Donald Trump, hat sich inzwischen merklich verkleinert.Nur noch Hotelplaner Goldberg und ein paar andere sind übriggeblieben. Der Zauber des Wolkenkratzers an der Ecke Lexington Avenue und 42.Straße wirkt selbst auf hartgesottene Immobilienmakler."Es ist mehr als bloß ein großes Gebäude.Es hat einen Charme und eine Eleganz, der selten ist und der Gefühle weckt", schwärmt Woody Heller, der mit dem Verkauf betraute Makler der Fuji Bank. Einst hatten die Giganten der Auto-, Stahl- und Luftfahrtindustrie im Chrysler Building ihren Sitz.Heute sind rund 75 Prozent des Gebäudes vermietet, zumeist an Anwaltskanzleien, Werbebüros, Versicherungsfirmen und Zahnärzte. Billig würde der von Goldberg vorgeschlagene Umbau zum Hotel nicht.Zusätzlich zum Kaufpreis müßten nochmals etwa 200 Millionen Dollar investiert werden, um aus dem Bauwerk ein Luxushotel zu machen und alte Eleganz auferstehen zu lassen. Ein Glanzpunkt des Hotels wäre sicherlich der legendäre Cloud Club, wo sich einst ein exklusiver Kreis von Wirtschaftskapitänen in luftiger Höhe getroffen hat.Gleicht das Gewirr der 1979 geschlossenen Lounges und Restaurants des Wolkenclubs heute eher einer Rumpelkammer, ist die vergangene Pracht doch noch zu spüren.Durch riesige, dreieckige Fenster bietet sich ein atemberaubender Blick vom 66.bis 68.Stock auf Manhattan.Und nicht zu vergessen das Herren-WC - "eine der schönsten Toiletten aller Zeiten", wie die "New York Times" schwärmt.Falls Goldbergs Hotelträume wahr werden, sollen im Cloud Club wieder rauschende Feste gefeiert werden.

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