Club of Rome schlägt Alarm : Ressourcen der Erde ausgereizt

Die Wissenschaftler-Vereinigung Club of Rome schlägt Alarm: Die Ressourcen der Erde seien ausgereizt, die Menschheit steht am Abgrund. Hoffnung gibt es trotzdem - zumindest ein bisschen.

Steht der Menschheit das Wasser bis zum Hals? Der Club of Rome befürchtet das.
Steht der Menschheit das Wasser bis zum Hals? Der Club of Rome befürchtet das.Foto: dpa

40 Jahre nach Veröffentlichung seines Szenarios „Die Grenzen des Wachstums“ sieht der Club of Rome die Menschheit erneut kurz vor dem Abgrund: Werde der Weg des übermäßigen Konsums und des kurzfristigen Denkens weiterverfolgt, sterbe sie womöglich aus, heißt es in einem am Montag in Rotterdam veröffentlichten Bericht der Wissenschaftler-Vereinigung. Der Klimawandel werde drastisch zunehmen, das Wirtschaftswachstum falle wesentlich geringer aus als erwartet. „Die Menschheit hat die Ressourcen der Erde ausgereizt“, sagte der Autor des Reports, der norwegische Zukunftsforscher Jorgen Randers.

Ihm zufolge werden die Treibhausgasemissionen steigen und bis 2052 einen Temperaturanstieg von zwei Grad verursachen. Bis 2080 werde sich die Temperatur um 2,8 Grad erhöhen, was einen sich selbst verstärkenden Klimawandel auslösen könne. „Wir stoßen jedes Jahr zweimal so viel Treibhausgas aus, wie die Wälder und Meere der Erde absorbieren können“, erklärte Randers, der den Bericht „2052“ zusammen mit 30 anderen Forschern verfasst hat. „Wir leben bereits jetzt in einer Art und Weise, die nicht ohne größere Veränderungen über Generationen weitergeführt werden kann.“

In einigen Fällen werde man schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben.

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Die Hauptverantwortung dafür tragen nach seinen Angaben politische und wirtschaftliche Systeme, die extrem kurzfristig dächten. Nötig sei ein Regierungssystem mit einem langfristigeren Blick, heißt es in dem Bericht. Es sei unwahrscheinlich, dass Regierungen die Märkte dazu veranlassten, mehr Geld in klimafreundliche Lösungen zu investieren. Ebenso unwahrscheinlich sei die Annahme, dass die Märkte zugunsten der Menschheit agierten, betonte Randers.

Der Bevölkerungswachstum hält nach seinem Szenario bis 2042 an, anschließend nimmt die Zahl der Menschen wieder ab - vor allem deshalb, weil in den Ballungsgebieten weniger Kinder zur Welt kommen werden.
Während die Wirtschaft in den Industriestaaten, insbesondere den USA, stagniere, profitierten bestimmte Länder wie Brasilien, Russland, Indien, Südafrika und vor allem China. 2052, so hießt es in dem Bericht, lebten drei Milliarden Menschen in Armut. (dapd)

Randers hat bereits an dem 1972 veröffentlichten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ mitgewirkt, der seinerzeit für heftige Kontroversen sorgte. In dem Buch wird unter anderem auf die begrenzten Rohstoffvorräte der Erde hingewiesen. Die Studie beeinflusste weltweit das Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit.

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