Welt : Concorde: Das Überschallflugzeug bleibt am Boden

Drei Wochen nach dem Concorde-Absturz bei Paris hat auch die britische Fluggesellschaft British Airways am Dienstag alle Flüge mit dem umstrittenen Überschallflugzeug eingestellt. Damit wurde möglicherweise das endgültige Aus für die Überschall-Maschinen eingeleitet. Britische und französische Flugsicherheitsbehörden hätten angekündigt, die Lizenz für die Überschallmaschine zurückzunehmen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft. Der Morgenflug von London nach New York sei abgesagt worden, ebenso der Rückflug. Nach dem Absturz einer Concorde bei Paris am 25. Juli hatte bereits die französische Fluglinie Air France alle Flüge des Überschalljets ausgesetzt. Bei dem Unglück waren 113 Menschen ums Leben gekommen.

Zunächst mussten nach dem Absturz alle Concorde-Maschinen am Boden bleiben. British Airways nahm die Flüge jedoch bereits einen Tag später wieder auf. Die Flüge seien absolut sicher, hatte British Airways immer wieder erklärt. Die Entscheidung sei in "völliger Übereinstimmung" mit den britischen Behörden erfolgt, versicherte BA-Chef Ron Eddington am Dienstag.

Am Dienstagmorgen wurde die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben davon unterrichtet, dass sich die zuständigen Behörden in Großbritannien und Frankreich darauf verständigt hätten, das Flugsicherheitszertifikat für die Concorde zurückzunehmen. Daraufhin habe man die Flüge sofort eingestellt.

Die Zivile Luftfahrtbehörde (CAA) in Großbritannien unterstützte die Entscheidung der British Airways. Sie teilte aber zunächst nicht mit, was die Behörden dazu veranlasst hat, an der Sicherheit der Concorde zu zweifeln. Nach bisherigen Erkenntnissen hat ein Metallstück auf der Startbahn in Paris die verhängnisvolle Kettenreaktion ausgelöst, die vor drei Wochen zum Absturz der Maschine führte. Das etwa 40 Zentimeter lange Metallteil hat demnach einen Reifen der startenden Concorde platzen lassen. Dabei wurden vermutlich mindestens vier Kilo schwere Teile losgerissen, die einen oder mehrere Tanks in der linken Tragfläche durchschlugen. Eine große Menge Kerosin lief aus, das sich entzündete.

Seit dem Unglück in Paris habe man in ständigem Kontakt mit den Flugsicherheitsbehörden in Großbritannien und Frankreich gestanden, ebenso mit den Flugzeugbauern und Air France, sagte British-Airways-Chef Rod Eddington. Außerdem seien Flugzeughülle, Triebwerke, Reifen, Hydraulik und andere Systeme der Concorde gründlich überprüft worden. Die CAA sei damit einverstanden gewesen, die Concorde weiter fliegen zu lassen.

Frankreich und Großbritannien sind die einzigen Länder, deren Fluggesellschaften über Concorde-Maschinen verfügen. Sieben Flugzeuge sind bisher für British Airways im Einsatz, Air France hatte nach dem Absturz noch fünf Maschinen. Seit August ging nur ein Concorde-Flug pro Tag von London nach New York und zurück. Dies sei um diese Jahreszeit normal, teilte British Airways mit.

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