• Concordia-Unglück: Spezialkräfte beginnen mit Abpumpaktion - Trauerfeier für die Opfer

Concordia-Unglück : Spezialkräfte beginnen mit Abpumpaktion - Trauerfeier für die Opfer

Fast ein Monat nach dem Schiffsunglück vor der italienischen Küste kann das Schweröl aus dem Wrack gepumpt werden. Bei der Trauerfeier für die Opfer der "Costa Concordia" wurde der Ruf nach Aufklärung laut.

Am Sonntag jährt sich die Harvarie der Costa Concordia zum ersten Mal, bei der an Bord des Kreuzfahrtriesen 32 Menschen getötet wurden. Erwartet werden die Angehörigen der Todesopfer und ein Teil der rund 3200 Überlebenden, vor allem Deutsche, Franzosen und einige Peruaner.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Reuters
12.01.2013 14:21Am Sonntag jährt sich die Harvarie der Costa Concordia zum ersten Mal, bei der an Bord des Kreuzfahrtriesen 32 Menschen getötet...

Knapp einen Monat nach der Havarie der „Costa Concordia“ haben die Bergungsmannschaften mit dem Abpumpen des Treibstoffes aus den Tanks des havarierten Kreuzfahrtschiffes begonnen. Das teilten die italienischen Behörden am Sonntagabend mit, nachdem schlechtes Wetter die Arbeiten verzögert hatte.

Italiens Präsident Giorgio Napolitano hat bei einem Gedenkgottesdienst in Rom sein tiefes Bedauern über das Unglück ausgedrückt. „Es war eine Tragödie“, sagte er am Sonntag in Rom. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Solidarität zu und lobte die Arbeit von Rettern und Tauchern. Diese hätten alles getan, um Überlebende zu retten und Tote zu bergen.

Die „Costa Concordia“ war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Bislang wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sechs Deutsche.

Am Wochenende war ein bislang unbekanntes Video aufgetaucht, das nach Medienberichten das Chaos auf der Kommandobrücke des leckgeschlagenen Schiffes dokumentiert. „Die Passagiere besteigen die Rettungsboote auf eigene Faust“, ist in dem Film zu hören. „In Ordnung“, antwortet eine gelassen klingende Stimme, die die Nachrichtensendung TG5 des TV-Senders Canale 5 Kapitän Schettino zuordnete. Die Staatsanwaltschaft wolle das Video nun für die Ermittlungen heranziehen, hieß es.


Kardinal Angelo Bagnasco mahnte in dem Gedenkgottesdienst, noch müsse die ganze Wahrheit über das Unglück ans Licht kommen und der Gerechtigkeit genüge getan werden. „Das ist notwendig, um die Wunden zu heilen und das Vertrauen wiederherzustellen.“ Bagnasco, der Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz ist, dankte sowohl den Rettern als auch den Einwohnern von Giglio, die nach dem Unglück Überlebende bei sich aufgenommen hatten. „In ihnen erkennen wir die tiefe Seele unserer Nation, die reich an Intelligenz und Herz ist.“ Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Verlassen des Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen. (dpa/AFP)

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