Welt : Copilot brachte ägyptische Boeing zum Absturz

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Die Boeing 767 der Egypt Air, die am 31. Oktober 1999 kurz nach dem Start in New York mit 217 Menschen im Atlantik zerschellte, wurde vom Copiloten zum Absturz gebracht. An dieser seit längerer Zeit kontrovers diskutierten Ursache lässt der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht der amerikanischen Transportsicherheitsbehörde NTSB keinen Zweifel. Zufrieden mit dem Ergebnis sind weder die Angehörigen der Opfer noch die Familie des vermeintlichen Täters und die ägyptischen Behörden. Sie fordern weitergehende Untersuchungen.

Rund eine halbe Stunde nach dem Start in Richtung Kairo hatte Flugkapitän Mahmoud el-Habashy das Cockpit verlassen, um die Toilette aufzusuchen. Kurz danach hat Copilot Gameel el-Batouty die automatische Flugregelung ausgeschaltet, die Triebwerke auf Leerlauf gestellt und die Maschine in einen Sturzflug gebracht, so der Bericht. Insgesamt elf Mal sagte er dabei "Ich vertraue auf Gott". Als der Captain ins Cockpit zurückkehrte, müssen beide Männer mit entgegengesetzten Steuerbewegungen um die Gewalt der Maschine gerungen haben.

Nahezu mit Schallgeschwindigkeit raste der Großraumjet in die Tiefe. Nicht angeschnallte Passagiere müssen dabei gegen die Kabinendecke geschleudert worden sein. Die Boeing zerschellte beim Aufprall, die Insassen hatten keine Überlebenschance.

Seit längerer Zeit wird darüber spekuliert, dass el-Batouty Selbstmord beging, weil ihm ein ebenfalls an Bord befindlicher Vorgesetzter mit Disziplinarmaßnahmen gedroht haben soll. Während das NTSB keine technischen Ursache finden konnte, legten die ägyptischen Behörden Widerspruch gegen den Bericht ein, weil diese Alternative nach ihrer Meinung unzureichend geprüft wurde. Die Vereinigung der Hinterbliebenen der Passagiere forderte indessen eine strafrechtliche Untersuchung der Tatmotive.

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