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Costa Concordia : Fünf deutsche Opfer nach Schiffsunglück identifiziert

Die Reederei der gekenterten "Costa Concordia" verspricht den Passagieren eine Entschädigungszahlung in Höhe von 11.000 Euro. Ob alle Passagiere dem Vorschlag zustimmen oder trotzdem vor Gericht ziehen ist offen.

Das gekenterte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia".
Das gekenterte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia".Foto: dpa

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ vor der toskanischen Küste sind mindesten fünf deutsche Passagiere ums Leben gekommen. Das fünfte bislang identifizierte deutsche Todesopfer stammt aus
Baden-Württemberg, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart am Samstag mit. Ob es sich bei der identifizierten Person um einen Mann oder eine Frau handelt, sagte der Behördensprecher nicht. Auch zur genaueren Herkunft des Opfers machte das LKA keine Angaben. Das italienische Innenministerium nahm allerdings im Verlauf des Samstags den Namen einer deutschen Frau von der offiziellen Vermisstenliste.

Nach dem Schiffsunglück am 13. Januar waren zwei Frauen aus Baden-Württemberg vermisst worden: eine 66-Jährige aus Laupheim und eine 71-Jährige aus dem Raum Nürtingen. Nach Angaben des Auswärtigem Amtes und des italienischen Innenministeriums gelten weiterhin sieben Bundesbürger als vermisst. Erst am Mittwoch waren vier Todesopfer aus Deutschland identifiziert worden, darunter ein 72-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen, ein 66-Jähriger aus Berlin, ein 74-Jähriger aus Hessen und eine 52-jährige Frau aus Mittelfranken in Bayern.

Im Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffs entdeckten Taucher italienischen Medienberichten zufolge am Samstag eine weitere Leiche. Dabei handele es sich um eine Frau, die offenbar keine Rettungsweste getragen habe, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Damit stieg die Zahl der geborgenen Todesopfer bei dem Schiffsunglück auf 17. An Bord der „Costa Concordia“ befanden sich rund 4200 Passagiere.

Unterdessen verzögerten sich wegen hohen Seegangs vor der Insel Giglio die Arbeiten zum Abpumpen von Treibstoff aus dem Schiff. Eigentlich wollte das niederländische Bergungsunternehmen Smit am Samstag mit dem Abpumpen beginnen. Meteorologen rechneten noch für das ganze Wochenende mit schlechten Wetterbedingungen. In den Tanks des Kreuzfahrtschiffes befinden sich rund 2400 Tonnen Schweröl und Treibstoff.

Die Reederei der vor zwei Wochen havarierten „Costa Concordia“ hat sich mit einer Vereinigung von Passagieren auf die Zahlung von Schadenersatz geeinigt. Wie die italienische Verbraucherschutzorganisation Adoc, die an der Seite der Schiffbrüchigen mit Costa Crociere verhandelt hatte, am Freitag mitteilt, soll jeder Passagier 11000 Euro Schadenersatz sowie 3000 Euro für den Reisepreis und die Rückreisekosten erhalten. Diese Regelung gelte für rund 3000 der 3200 Passagiere aus 60 Ländern, teilte die Organisation mit. Die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten sollen demnach gesondert entschädigt werden. Die italienischen Verbraucherschützer sprachen von einem „historischen Abkommen“, der einer „dramatischen Angelegenheit“ ein Ende setze. Zugleich lobte Adoc, dass bei der Entschädigungszahlung kein Unterschied zwischen der sozialen Herkunft und den Heimatländern der Passagiere gemacht werde. „Wir schätzen, dass rund 85 Prozent (der Passagiere) der Einigung zustimmen“, teilte Adoc mit. (dapd)

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