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Cyberattacke von Assad-Unterstützern : Syrische Hacker kapern Twitteraccounts des "Guardian"

Die "Syrian Electronic Army" hat den Twitteraccount des "Guardian" gehackt, um den syrischen Präsidenten Assad zu unterstützen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Organisation zuschlägt. Twitter scheint ratlos und empfiehlt ungewöhnliche Maßnahmen.

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Fast unsichtbare Angriffe. Hacker haben sich am Wochenende über eine Pishing-Attacke Zugriff auf die Twitter-Kanäle des Guardian verschafft.
Fast unsichtbare Angriffe. Hacker haben sich am Wochenende über eine Pishing-Attacke Zugriff auf die Twitter-Kanäle des Guardian...Foto: dpa

Die britische Zeitung "The Guardian" hat am Montag bestätigt, dass am vergangenen Wochenende mehrere ihrer Twitteraccounts gehackt wurden. Urheber der Cyberattacke soll nach eigenen Angaben die "Syrian Electronic Army" (SEA) sein. Die Organisation sei auch für frühere Angriffe auf andere Medien, wie die britische Rundfunkanstalt BBC sowie die Fernsehsender Al-Jazeera und France 24 TV, verantwortlich gewesen. Das berichtet der Guardian am Montag in seiner Online-Ausgabe. Bei dem Angriff handelte es sich demnach um eine klassische Pishing-Attacke gehandelt, über die sich die Hacker Zugriff auf die Nutzerkonten der Redakteure verschafft hätten. Erste Anzeichen für den Angriff habe es am Wochenende gegeben. Zunächst hätten die Redakteure E-Mails erhalten, in denen sie aufgefordert wurden, auf bestimmte Links zu klicken. Laut Guardian-Bericht haben die Hacker so Zugriff auf die sozialen Kanäle der Zeitung erhalten.

Einige Stunden nach dem Hack, verkündete die SEA, dass sie den Guardian angegriffen habe, weil dieser mit seiner Berichterstattung dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad schaden wolle. Die Hackerorganisation steht dem Regime des syrischen Präsidenten Assad nahe und verbreitet laut Guardian hauptsächlich regierungsfreundliche Botschaften.

Die SEA bekannte sich auch zu einem Hackerangriff auf den Twitteraccount der Nachrichtenagentur Associated Press in der vergangenen Woche. Die Hacker hatten einen Tweet abgesetzt, wonach US-Präsident Barack Obama bei einem Bombenanschlag im Weißen Haus verletzt worden sei. Die Falschmeldung führte zu einem einen kurzzeitigen Einbruch des Dow Jones.

Nun ruft das Unternehmen Twitter Medien und Redaktionen zu erhöhter Vorsicht auf. Eine der Empfehlungen lautet sogar, das Twitter-Konto ausschließlich von einem speziellen Computer zu befüllen, mit dem man nicht im Netz surft oder E-Mails liest. Bei den erfolgreichen Hacker-Angriffen werden meist die Passwörter von Nutzern mit Hilfe präparierter E-Mails auskundschaftet.

„Wir glauben, dass diese Angriffe nicht aufhören werden“, warnte Twitter die Medien-Unternehmen. Sie blieben ein attraktives Ziel für Hacker. Der falsche AP-Tweet zu den angeblichen Explosionen im Weißen Haus war zwar schon nach wenigen Minuten dementiert worden, löste aber einen kurzfristigen Einbruch am US-Aktienmarkt aus. „Bitte helfen Sie uns, Ihre Konten sicher zu halten“, appellierte Twitter an die Medien-Firmen. (mit dpa)

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